# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1861_S153 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 153 hende Person fügte bei Uebersendung einer Rechnung an einen Unterschreiber in Süd⸗Carolina einige Bemerkungen bei, welche für eine starke Beleidigung des Volkes dieses Staates geachtet wurde und die ihren Weg in die öffentlichen Blätter fand zu großem Nachtheil des guten Rufes des Observers und der Unterschreiberliste desselben. In dem Charleston⸗Courier vom 7. März finden wir eine Apologie von dem Individuum, welches die beleidigenden Bemerkungen beifügte, mit einem Briefe von Dr. Bachmann aus Charleston begleitet, welcher die Unterschreiber auffordert, dem Blatte (dem Luth. Observer) die Unterstützung ferner zu gewähren, indem er zu ihrer Kenntniß bringt: „„Die Editoren sind südliche Männer und der Haupteditor ein bedeutender Sclavenhalter, daher alle unsere südlichen Interessen auch die seinigen sind.““ Was hat der Lutheran für ein Interesse, dies seinen Lesern mitzutheilen? Die Generalsynode. In diesem Körper lassen sich immer mehr Personen hören, welche behaupten, daß die Generalsynode nicht auf einem modificirten, sondern absoluten Bekenntniß zu den kirchlichen Confessionen ruhe. Dies geschieht u. a. in dem „Lutheran“ von Philadelphia fast in jeder Nummer. In einem Artikel vom 5. April wird dem Dr. Schmucker in das Gedächtniß gerufen, daß er selbst im Jahre 1824 der Tennessee⸗Conferenz, unter Autorität der Synoden von Maryland und Virginien, zu ihrer Beruhigung die Erklärung gegeben habe: „Was die Gewalt der Generalsynode betrifft, neue Lehren in die Kirche einzuführen, so würden wir nicht einwilligen, wenn die Generalsynode eine solche Macht ausüben wollte, und wir glauben, daß ihr keine solche in der Constitution gegeben sei. Die ungeänderte Augsburgische Confession ist das einzige Bekenntniß, welches diese Synode annimmt oder welches durch unsere Kirche in diesem Lande angenommen worden ist; und gerade der Plan⸗Entwurf setzte ausdrücklich S. 5. Sect. 4. fest, daß die Generalsynode keine Macht habe, irgend welche Veränderungen in den Lehren zu machen, welche bisher in unserer Kirche angenommen sind.“ — Zugleich spricht der Schreiber, der hieran erinnert, sein Bedauern darüber aus, daß die Generalsynode früher eine Synode nach der anderen annexirt habe, daß hingegen die Vergrößerung derselben in neueren Zeiten viel langsamer vor sich gehe, und daß jetzt „kaum die Hälfte der luth. Kirche der Vereinigten Staaten in der Generalsynode repräsentirt sei,“ obwohl sie sich die Generalsynode der luth. Kirche Nordamerica's nenne. Die Generalsynode wird die für den 16. Mai und folgende Tage angekündigte Versammlung wegen der entstandenen politischen Wirren nicht abhalten. Präsident C. W. Schäffer macht bekannt, daß die Versammlung bis auf fernere Notiz verschoben werden müsse. Das historische Zeitblatt vom Monat April enthält folgende Notiz: „Nachdem der Redacteur in der letzten Nummer 11. des histor. Zeitblattes einen Plan vorlegte, wornach er gesonnen war, das histor. Zeitblatt künftig allein zu übernehmen, jedoch mit einer ziemlichen Preis⸗Erhöhung, welche in diesem Falle hätte eintreten müssen, so findet er es nun für besser, besagten Plan aufzugeben, und die Redaction an den bisherigen Herausgeber und früheren Redacteur, Herrn (Buchverkäufer) Conr. Bär zurückzugeben. Der letztere wird seinen Fleiß wieder mehr geschichtlichen Erzählungen zuwenden, während der Unterzeichnete (Diakonus Hochstetter) vor Allem dem kirchlichen Interesse dienen wollte, welches die Synodalverhältnisse hier und in Preußen bewegt. Es bleibt dabei wahr (!), daß unsere Synode an dem Informatorium schon ihr Lehrblatt hat, an welches unsere Synodalkirche vorzugsweise gewiesen ist. Wir haben zwar auch außerhalb der Synode Freunde, davon etliche uns kürzlich wieder ermunterten, wie z. B. in Michigan u. a. Orten; aber man kann die Freunde auch wohl dem Zucker vergleichen, wenn man einige Tropfen Wasser anbringt, so zerschmilzt er.“ (Müssen eine seltsame Classe von Buffalo⸗Freunden sein.) „Da solchen unbefestigten Lesern auch die Preis⸗Erhöhung bedenklich scheint“ (was freilich sehr unbefestigte Herzen voraussetzt), „so freut es mich, von Hrn. C. Bär zu hören, daß er noch einmal einen Verlust riskiren will.“ Religiöse Zeitschriften und Politik. Daß die Aufnahme des Materials politischer Zeitungen in die religiösen Blätter, wie jede Verkuppelung der Religion mit der Politik, der Kirche mit dem Reiche des Kaisers, des Geistlichen mit dem Weltlichen, von Uebel sei, wird namentlich in Zeiten wie die gegenwärtigen recht offenbar. Liest man doch