# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1861_S145 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Aus den Verhandlungen der rheinischen Conferenz lutherischer ꝛc. 145 bekennen, allen, die den heil. Geist haben, während Luther dieses für eine so starke Mauer des göttlichen Worts erklärt, daß sie das ganze Papstthum darniederlege: so wagt man trotz dem die Behauptung, die genannten Schriftstellen seien nur zu beziehen auf Petrus und die Apostel, d. h. die Amtsträger, sie gingen aber die Christen im Allgemeinen nichts an und dieses sei auch die Meinung der Symbole. Ich behaupte im Gegentheil, Luther und die Alten sagen so oft und in Einem Athem promiscue untereinander, die Schlüssel seien nicht bloß dem Petrus gegeben, sondern allen Aposteln oder Christen, daß man deutlich sieht, wenn sie hier das Wort Apostel gebrauchen, so ist es gar nicht in der specifischen Unterscheidung zwischen Laien und Amtsträgern gebraucht, sondern als Bezeichnung des ganzen Haufens der Jünger Christi im Gegensatz zu Einem allein. — Es handelt sich in all diesen so directen und offenbaren Widersprüchen gegen Luther aber wahrlich nicht um zufällige Aeußerungen Luthers, sondern um stets bei ihm bis an sein Ende sich findende Grundanschauungen vom Amt, die offenbar auf einem Princip beruhen, welches demjenigen meiner Gegner schroff widerspricht. Was nächst Luther die Schriften der alten luth. Dogmatiker anlangt, so finde ich in Allem, was ich reiflichst wieder und wieder gelesen, theils auch nicht einen Satz, der den Principien Luthers entgegen wäre, theils sind der ganz klaren und unzweideutigen Stellen der bewährtesten unter den alten Vätern (M. Chemnitz, P. Leyser, Joh. Gerhardt ꝛc.) genug, worin dieselben Principien ausgesprochen sind, als bei Luther. Beispielsweise hier nur einige der schlagendsten Aussprüche. Auf Bellarmin's Einwand: „Petrus habe die Schlüssel in Person der Kirche empfangen, in so fern er sie zu Nutz und Brauch der ganzen Kirche empfangen habe“ antwortet Joh. Gerhardt: „mit nichten, sondern wie Petrus in Person der Kirche Christum bekannt hat, in so fern in dem bekennenden Petrus die Kirche selbst bekannte, so sind auch dem Petrus die Schlüssel in Person der Kirche gegeben worden, nicht bloß zu Nutz und Brauch der Kirche, sondern damit sie die Kirche selbst übe.“ Ferner auf Bellarmins weiteren Einwand: „die Kirche habe die Gewalt zu binden und zu lösen, aber diese Gewalt zu binden und zu lösen geschehe in den Kirchenvorstehern; denn der Wahrheit gemäß werde gesagt, die Kirche löse und binde, weil die, welche ihr vorstehen, lösen und binden, wie von einem Menschen gesagt werde, er rede, sehe, wiewohl nur die Zunge und Augen es sind, die reden und sehen“ — antwortet Joh. Gerhardt: „wir kehren dies Gleichniß Bellarmin's um: Zunge und Augen sind nur des Menschen Werkzeuge, daher Rede und Gesicht dem Menschen als der Grundursache, den Augen und der Zunge als der Mittelursache zugeschrieben werden; so bestellt die Kirche ihre Diener, welche alles im Namen der Kirche verrichten; die Kirche hat die Schlüssel als Herrin und Braut, Petrus nicht als Herr, sondern als Diener.“ — Aehnlich P. Leyser: „Christus hat der Kirche die Schlüssel des Himmelreichs gegeben Matth. 18, 18. Wir kümmern uns hier nicht um das Geschrei der Jesuiten, welche schreien: „„Also haben und gebrauchen