# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1861_S139 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Aus den Verhandlungen der rheinischen Conferenz lutherischer ꝛc. 139 und mein Vertrauen auf Luther gesetzt“ hatte, sondern darum, weil ich in meinem Gewissen aus Gottes Wort von der durch und durchgehenden Schrift⸗ mäßigkeit des luth. Bekenntnisses überzeugt bin, weil ich ferner Luther und den Vätern von Herzen ein besseres Schriftverständniß zutraue, als mir und namentlich unter Alten und Neuen keinen weiß, der so, wie Luther, Gottes Wort zu predigen und auszulegen und ein Menschenherz aus Gottes Wort der ewigen Wahrheit gewiß zu machen versteht, und endlich, weil es mir eben so gewiß als das luth. Bekenntniß selbst ist, daß es keine gesunde luthe⸗ risch kirchliche Theologie geben kann, die sich nicht auf der Theologie Luthers und der Väter, als der rechten und consequenten Theologie unserer Symbole auferbaut. Obwohl daher auch die Gegner unter meinen Brüdern, die sich wesent⸗ lich und im Allgemeinen der von Löhe öffentlich vertretenen Richtung in der Lehre vom Predigtamt anschlossen, einige Stellen der Symbole für ihre Ansicht glaubten anführen zu können, so mußte ich dieses doch für eine ein⸗ seitige und eigenmächtige Auslegung der Symbole halten, so lange sie sich nicht mit der ganzen Lehre Luthers und der Väter darüber vollständig in das Reine gesetzt. Mir steht apodictisch fest, daß in einer Principienfrage Luther nicht im Gegensatz mit den Symbolen sein kann; ebenso apodictische Gewißheit ist mir also, daß der Satz der Symbole (der für die Amtsfrage fundamental ist), „ecclesia habet claves“ nicht anders in den Symbolen kann verstanden werden, als ihn Luther versteht und ihn die ganze alte luth. Kirche je und je verstanden hat. Wie aber Luther diesen Satz versteht, darüber ist keine Unklarheit möglich, es handelt sich dabei nicht um einige enthusiastische Sätze Luthers, sondern um eine der Hauptfragen in all' seinen Schriften gegen das Papstthum, um ein Ergebniß seiner ausführlich⸗ sten und nüchternsten Erörterungen. Ich werde darum nimmer von der von mir bekannten Wahrheit in der Lehre vom Amt abgehen, ich werde nimmer meinen Gegnern darin zugeben, daß sie auf Schrift und Symbolen stehen, so lange sie nicht Beweis meines Irrthums aus Luther und den Vätern gebracht und mir die rechte Lehre der letzteren dargethan haben. Hierin allein scheint mir der rechte Weg vorgezeichnet, auf dem unter Lutheranern unsere Streitfragen gelöst werden können. Ein Freund hat die nachstehenden zwischen mir und meinen Brüdern gepflogenen theol. Erörterungen zur Mittheilung im Druck begehrt; kann dadurch zum öffentlichen Zeugniß der Wahrheit und zur Verständigung für Manchen in den heutigen theol. Streitfragen ein Beitrag geleistet werden, so mögen die nachfolgenden Blätter in der Frische und Ursprünglichkeit, wie sie zunächst nur zur Mittheilung unter vertrauten Brüdern bestimmt waren, auch den Weg in die Oeffentlichkeit betreten. I. Unter meinen beiden Hauptgegnern geht der Eine von dem Gedanken aus: Gesetz und Evangelium, Werk und Glaube sind die beiden verschiedenen