# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1861_S138 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 138 Aus den Verhandlungen der rheinischen Conferenz lutherischer ꝛc. gibt, oder daß es diese Zuversicht allein sei, welche uns rechtfertige, der sei verflucht*).“ Demnach würden die Papisten ohne Zweifel den Dr. Kurtz in seiner Lehre vom Glauben für einen der Ihrigen anerkennen. Dagegen müssen wir Lutheraner, so sehr wir ihn seiner Person nach für einen wahren evangelischen Christen halten, entschieden erklären, daß er in seiner Lehre vom Glauben nicht zu uns gehört, sondern in diesem Stücke vom rei⸗ nen Bekenntniß abgefallen und zum Feinde übergegangen ist. —— Aus den Verhandlungen der rheinischen Conferenz lutherischer Pastoren in Preußen, Baden und Nassau über die Lehre vom Predigtamt, von Fr. Brunn, luth. Pfarrer in Steeden, H. Nassau.**) In den theologischen Verhandlungen auf unsern Pastoral-Conferenzen hatte sich zwischen mir und einigen meiner geliebten Brüder eine Differenz über die Lehre vom geistlichen Amte ergeben. Nach langen gegenseitigen Erörterungen trat eine Verschiedenheit in den Principien an das Licht, die sich schroff gegenüberstanden. Eine Ausgleichung derselben war der Natur der Sache nach unmöglich, es handelte sich schließlich nur um die Frage, wel⸗ ches der entgegenstehenden Principien das richtig lutherische sei, da uns als Gliedern und Dienern der luth. Kirche die Ueberzeugung fest stand, daß unser luth. Bekenntniß die reine und lautere Lehre des Wortes Gottes sei. Ich persönlich war mir bewußt, seit ich über die Fragen von Kirche und Predigtamt ernstlicher zu forschen angefangen hatte und über frühere schwere unionistische und pietistische Irrthümer darin nüchtern geworden war, daß ich als ein armer Schiffbrüchiger mich demüthig und willig zu den Füßen Luthers und der alten Väter gesetzt hatte, um von ihrer gesunden und treuen Schriftauslegung zu lernen. Was ich von Schriften und Aussprüchen der Väter über die fraglichen Lehrstücke besaß, hatte ich vielmal durchlesen und hin⸗ und hergezogen, namentlich die betreffenden Schriften Luthers hatte ich ziemlich alle im Original sorgfältig durchforscht. Meine Ueberzeugung von Kirche und Predigtamt war gewisser Maaßen nur das Gesammtresultat mei⸗ nes Forschens in Luther und den Alten: freilich gewiß nicht, wie mir Pfr. Löhe in Folge einer handschriftlichen Mittheilung der nachfolgenden Blätter später Schuld gab, weil ich „den Weg lutherischer Menschenlehren betreten *) Si quis dixerit, fidem justificantem nihil aliud esse, quam fiduciam divinae misericordiae peccata remittentis propter Christum, vel eam fiduciam solam esse, qua justificamur, anathema sit. **) Wir theilen unseren Lesern dieses Stück, welches auch in Pamphletform bei Dörff⸗ ling und Franke in Leipzig erschienen ist, mit, in der Voraussetzung, daß dasselbe als ein Zeugniß eines uns innig verbundenen Dieners unserer Kirche in Deutschland unseren Lesern von besonderem Interesse sein werde. D. Red.