# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1847 11 24_S64 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) hat ſie Gott noch hie und da geſegnet, nun ihnen aber die Wahrheit vorgehalten worden iſt und ſie ſich dagegen muthwillig verſtocken, muß Gott wider ſie ſtreiten, endlich wird aller Segen ſchwin⸗ den und die methodiſtiſche Gemeinſchaft als ein unfruchtbarer, verdorrter Baum daſtehen. Kirchliche Nachricht aus dem Weſten. Unſeren lieben Brüdern im Oſten diene hier⸗ durch zur Nachricht, daß die Kirche hier im Weſten ſoeben zwei rüſtige Arbeiter aus dem theologiſchen Seminare zu Fort Wayne in Indiana erhalten hat. Der erſte, Herr Johann Paul Kalb aus Markt Erlbach in Mittelfranken, hat den Beruf der evangeliſch-lutheriſchen Gemeinden an der Moreau Creek und am Oſage bei Jefferſon City, Mo., der andere, Herr Carl J. A. Straſen aus Jürgenshagen bei Roſtock in Mecklenburg⸗ Schwerin, den Beruf der ev.⸗luth. Gemeinde auf der Horſe Prairie, Randolph County, Ill., an⸗ genommen. Beide haben bei der deutſchen ev.⸗ luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten um die kirchliche Ordination nachgeſucht und die⸗ ſelbe, nach wohl beſtandener öffentlicher Prüfung, in der lutheriſchen Dreieinigkeitskirche zu St. Louis durch die Paſtoren Bünger und Walther am drit⸗ ten Sonntage des Advents vor verſammelter Ge⸗ meinde erhalten und gedenken am nächſtfolgenden Sonntage ihr Amt in Gottes Namen anzutreten. Gott gebe dieſen ſeinen Knechten, daß ſie zu ihren Gemeinden mit vollem Segen des Evangelii Chriſti kommen und daß ihnen bei denſelben eine große Thür aufgethan werde, die viele Frucht wirket. Röm. 15, 29., 1 Cor. 16, 9. Die Adreſſen beider ſind: Rev. J. P. Kalb, Jefferson City, Mo. — Rev. C. J. A. Strasen, Red Bud P. O., Randolph Co., III. (Eingeſandt.) Hallelujah! O König der Ehren, die Himmel ſind Dein. Dir dienet die Erde, Du herrſcheſt allein. Dich loben die Berge in ſonnigem Glanze, Dir jubeln die Stürme im brauſenden Meer, Dir jauchzen da droben im himmliſchen Kranze Die Sonne, die Sterne und alles ihr Heer. Es ſingt in den Zweigen das Vöglein von Dir, Dir glänzet das Blümlein in duftiger Zier. Es zucken die Blitze, die Donner erſchallen Des Ewigen Ehre von nah und von fern, Ihn rühmet der Säugling noch träumend mit Lallen: — Ja! Alles, was Odem hat, lobet den HErrn. Und du, meine Seele, o hörſt du den Klang? Es preiſt den Schöpfer der Schöpfung Geſang: — O preis den Erlöſer mit ewigem Liede: Die Welt iſt verſöhnet, das Opfer gebracht, Nun leuchtet vom Himmel die Gnade und Friede; Denn Gott iſt erſchienen in ſeliger Pracht. Erlöſet! — o nehmt die Erlöſung nur an! Ihr ſeid ja erlöſet vom ewigen Bann. Drum jauchzet, ihr Himmel, frohlocke, du Erde, Lobſinge, o Schöpfung, erlöſ't biſt du jetzt: Der HeErr ſprach ein zweites, ein ſchöneres Werde; Er hat uns zu Kön'gen und Prieſtern geſetzt. H. Fick. Ob es nothwendig ſei, daß ein Menſch Zeit und Stunde ſeiner Bekehrung wiſſe? Hierüber ſchreibt Spener: „Von denjenigen, welche in offenbarlich böſem und Laſterleben eine Zeitlang geſtanden ſind, gebe ich gerne zu, daß nicht wohl möglich (ſei), daß ſie nicht ſollten die Zeit ihrer Buße und Be⸗ kehrung eigentlich wiſſen können, weil die Aende⸗ rung allzu kenntlich (iſt). Ich will auch nicht 6⁴ widerſprechen, daß gleichfalls bei andern, die noch in einem ſittlichen Leben, dennoch (aber) nach der Welt und außer der Gnade gewandelt haben, ge⸗ ſchehen möge, daß ſie durch eine plötzliche Ge— legenheit gerührt worden (ſein) und Gott alſo⸗ bald ſein Werk in ihnen führt, daß abermal die ſtare Aenderung ihnen empfindlich genug iſt. Ich halte es aber auch möglich zu ſein, daß bei ſolchen Leuten, die vorher lange nach der gemeinen Art hingelebt und ſich gute Chriſten zu ſein ge⸗ dünkt haben (von welchem Stande ſie doch nach⸗ mals finden, daß er nicht rechtſchaffen geweſen ſei), der gütige Vater allgemach ſein Werk anfängt und forttreibt, daß das buchſtäbliche Weſen erſt lebendig wird, und alsdann das neue Weſen nach und nach zunimmt: wo endlich der Menſch bei ſich gewahr wird, gar ein anderer zu ſein, als er geweſen war, und alſo den Unterſchied ganz merk⸗ lich findet, auch göttliche Gnade darüber preiſet, aber nicht ſagen könnte, zu welcher Zeit, ſo zu reden, der Durchbruch in das Leben ge⸗ ſchehen ſei. Hierwider wird aus Gottes Wort nichts gebracht werden können, daher getraute (ich mich) nicht, ſchwachen, aber redlichen Herzen einen Scrupel über die Aufrichtigkeit ihrer Buße zu machen, welche gleichwohl die Zeit zu deter⸗ miniren (genau anzugeben), nicht vermöchten. Was die eigene Erfahrung anbelangt, darauf ſich chriſtliche Herzen auch auf die andere Seite be— rufen mögen, (ſo) achte ich ſolchen Schluß zu ſchwach, indem einer den Weg wohl erfahren hat, welchen Gott ihn geführt (hat), daraus aber nicht folgt, daß er deswegen auch alle andere auf gleiche Weiſe geführt habe oder nothwendig führen müſſe. Sondern Gott behält in dieſem und in allen andern dergleichen Dingen ſeine freie Hand, mit jedem zu verfahren, wie es ſeiner Weisheit und Güte gemäß iſt.“ Hieraus erſehen die Methodiſten, daß Spener, deſſen ſie ſich als eines Gewährsmannes oft rüh⸗ men, keineswegs ihre Schwärmerei gebilligt habe, nach welcher ſie von jedem fordern, daß er Zeit und Stunde ſeines Bekehrtwordenſeins angeben könne, widrigenfalls ſie ihm abſprechen, daß er wirklich bekehrt worden ſei, und ſo Gottes Gnade an ihre Methode binden, die Gewiſſen ärger, denn der Pabſt, martern und beſtricken und Got⸗ tes Werk verwerfen. Aus einer deutſchen Privatcorreſpondenz. Die preußiſchen Verhältniſſe ſtehen noch immer ſo, wie nach dem Ausgange der Synode; ein⸗ geführt iſt das Ordinationsformular nicht, und kann auch nicht eingeführt werden, wenn nicht eine großartige Seceſſion erfolgen ſoll. Aber was wird das Kirchenregiment thun, nachdem Eich⸗ horn öffentlich in der Synode erklärt hat, beim Alten könne es nicht bleiben? Man weiß es nicht, was die preußiſchen unirten Lutheraner thun werden. — Am zweiten Pfingſttage hat Kniewel in Danzig von der Kanzel ſeinen Aus⸗ tritt aus der unirten in die ſeparirt-lutheriſche Kirche erklärt — ein Schritt, der bei Kniewel, bislang einem ſo großen Verfechter der Union, großes Erſtaunen erregt hat, den er ſelbſt durch die Zerriſſenheit der Kirche motivirt, der aber noch keine weitere Folgen nach ſich gezogen. In Preußen ſieht es ſo jämmerlich und erbärmlich aus, als es nur immer kann. Die Sünde der Union trägt ihre giftigen Früchte. Ich meine, es kann nicht anders als durch einen großen Bußact geholfen werden, der die Aufhebung der Union zur Folge hat. Wenigſtens in der Weiſe, daß ſie, wenn auch die Einheit des Kirchenregi⸗ mentes bleibt, doch den beiderſeitigen Confeſſions⸗ verwandten ihre eigenen Symbole und Verpflich⸗ tung auf dieſelben wieder zurückſtellen. Das wird freilich wieder erſt gewaltige Revolution hervorbringen, aber dann iſt doch gedeihliches Fortſchreiten möglich. Ueber Deutſch-Katholiken und Conſorten iſt wenig zu ſagen; ſie wachſen wohl an Zahl, ob⸗ gleich auch nur mäßig, aber deſto mehr ſinken ſie dem innern Tode in die Arme, der von Anfang an in ihnen ſteckte. Die Lichtfreunde ſind zur Ruhe gebracht, und zwar durch das vernünftigſte Edikt, welches in Preußen ſeit langer Zeit erſchie⸗ nen iſt, das Toleranzedikt. Gefällt es ihnen dem⸗ nach in der Mutterkirche nicht, ſo können ſie aus⸗ treten und haben Religionsfreiheit, behalten auch ihre bürgerlichen Rechte. Das iſt ihnen natürlich gar nicht lieb, denn ſie wollen in der alten Kirche bleiben und rumoren. Daher ſind ſie jetzt ruhig. Der unverſchämte Uhlich, deſſen Gewiſſenloſigkeit jetzt recht an den Tag gekommen iſt, wandte ſich neulich in ſeiner Unverſchämtheit an den König, mit der Bitte, ihn in ſeinem Glauben zu ſchützen. Da erwiderte der König in einem ſchönen Schrei⸗ ben, er habe jetzt durch ſein Toleranzedikt Allen, die in ihrem Gewiſſen angefochten würden, den Weg eröffnet, dieſem Zwieſpalt zu entgehen, und legte es ihm ſehr nahe, daß, wenn er ein gewiſſen⸗ hafter Mann ſein wollte, er austreten müßte. Indeß bis auf dieſen Tag ſitzt er noch in ſeiner ſchönen einträglichen Pfarrei in Magdeburg, iſt aber jetzt aufs Maul geſchlagen. Siehe, lieber W., Freud und Leid, Gutes und Böſes, Alles durcheinander. Wir wogen und gähren noch im⸗ merzu. Möge der HErr Sein gutes Wort helle machen, wie das Licht auf dem Leuchter, und allen, die Seinen herrlichen Namen kennen, ein recht friſches, kräftiges und entſchiedenes Bekennt⸗ niß geben, welches nicht Licht mit Finſterniß zu⸗ ſammenkuppelt. Dann helfen wir Alle mit zur Ausbreitung ſeiner großen und wunderbaren Ehre. — — — „Der Vater iſt größer, denn ich.“ (Joh. 14, 28.) ö Dieſe Worte unſeres HErrn JEſu Chriſti haben einſt unter anderem auch die Arianer dazu benutzt, zu behaupten, daß Chriſtus nicht der wahrhaſtige Sohn Gottes ſei. Dieſen Ketzern antwortet der Kirchenvater Auguſtinus alſo: „Wegen der von ihm angenommenen menſch⸗ lichen Natur ſpricht Chriſtus: Der Vater iſt größer, denn ich; wegen ſeiner göttlichen aber: Ich und der Vater ſind eins. (Joh. 10, 30.) Wie darum, du Ketzer? Da Chriſtus Gott und Menſch iſt, ſo redet er als Menſch, und du re⸗ deſt ſchimpflich von dem Gott? Er empfiehlt an ſich ſeine menſchliche Natur, und du wagſt darum an ihm die göttliche zu beſchimpfen? Du Ungläubiger, Undankbarer, verkleinerſt du Den, der dich gemacht hat, deswegen, weil Er ſagt, wozu ſeine Liebe. zu dir Ihn gemacht hat? Denn dem Vater gleich iſt der Sohn, durch wel⸗ chen der Menſch geworden iſt, und damit er klei⸗ ner ſei als der Vater, iſt er ſelbſt ein Menſch ge⸗ worden, und wäre das nicht geſchehen, was würde der Menſch ſein?“ (Tract. 78 in Joh.) ———ñ Empfangen. 52.10 von der Gemeinde Altenburg zur Miſſions-Caſſe. 33.00 von Cand. Bilz zur Miſſions-Caſſe. x Be 6 ahlt. ö 3. Jahrg. Die HH. H. Eggemeier, Dietr. Höhne, Bernh. Knollenberg. 4. Jahrg. Die HH. Bohn, Brenner, John Beery, P. Brauer, Chr. Buſcheck, H. Eggemeier, Wilh. Flikmer, Dietr. Höhne, Bernh. Knollenberg, Joh. Leininger, P. Löber (2 Ex.), Conr. Michel, Fr. Ochs, P. Richmann, Friedr. Schum, Karl Schmidt, Thürnau, Mad. Wagen⸗ hals, Mart. Zimmer. Gedrucdt bei Arthur Olshaufen, x Herausgeber des Anzeiger des Weſten s.