# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1861_S132 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 132 Was Dr. Heinrich Kurtz in Dorpat vom Glauben lehrt. Ein Eid ist keine Verbindlichkeit zum Unrecht. 31. In male promissis rescinde fidem. Hast du etwas Böses versprochen, so mußt du dein Wort brechen. 32. „Quod male juratur, pejus servatur.“ Was mit Sünde geschworen wird, wird mit größerer Sünde gehalten. 33. „Amandus est generator, sed praeponendus est creator.“ Der Erzeuger ist zu lieben, aber der Schöpfer vorzuziehen. 34. „Si non pavisti, occidisti.“ Hast du (ihn) nicht gespeist, so hast du (ihn) getödtet. 35. „Nullam animam Deus recipit, quae ipso nolente separatur a cor- pore.“ Gott nimmt keine Seele an, die sich ohne seinen Willen von ihrem Kör⸗ per scheidet. 36. Omne promissum cadit in debitum. Alles, auch das freiwillig Versprochene wird eine Schuld. 37. Praeceptum ultimum de concupiscentia per superiora omnia du- cendum. Das letzte Gebot von der Lust ist auf alle früheren anzuwenden. 38. Lex obligat ad oboedientiam, vel ad poenam. Das Gesetz verbindet zum Gehorsam, oder zur Strafe. 39. Lex est speculum, repraesentans ἐν τοῖς ἄνω Numinis coelitumque sanctitatem, ἐν τοῖς ὀπίσω primi hominis virtutes, ἐν τοῖς κάτω profunditates Satanae, ἐν τοῖς ἔξω actionum humanarum malitiam, ἐν τοῖς ἔσω interiorem malitiae fontem. Das Gesetz ist ein Spiegel, der in dem, was über uns ist, die Heiligkeit Gottes und der Engel, in dem, was hinter uns ist, die Tugenden des ersten Menschen, in dem, was unter uns ist, die Tiefen des Satans, in dem, was außer uns ist, die Bosheit der menschlichen Handlungen, in dem, was in uns ist, die innerliche Quelle der Bosheit darstellt. (Fortsetzung folgt.) —— (Eingesandt von G. S.) Was Dr. Heinrich Kurtz in Dorpat vom Glauben lehrt. Es ist ohne Zweifel das traurigste Zeichen der gegenwärtig in Glau⸗ benssachen herrschenden Verwirrung, daß sogar in der lutherischen Kirche, in der Kirche des reinen Worts und lauteren Sacraments, gelehrte und an⸗ gesehene Theologen falsche Lehre führen. Wie groß muß die Macht der Fin⸗ sterniß in einer Zeit sein, wo selbst die, welche Gott zu Zeugen seiner Wahr⸗ heit berufen und gesetzt hat, sich von der Lüge bethören lassen. Der Feind weiß wohl, daß die einzige Hoffnung unseres Geschlechts vernichtet ist, und daß uns nichts als Verzweiflung und rettungsloses Verderben bleibt, wenn es ihm gelingt, die reine Lehre des Evangeliums zu vertilgen oder zu