# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1861_S125 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 125 mung in Absicht auf die Juden theilen, „als Schwärmer und Träumer verwerfen.“ Ist's doch immer so, daß man die Rechtgläubigen in dem Augenblicke in fleischlichem Eifer überfällt, da man sie solches angeblichen Eifers bezüchtigt. Der Sinn der Bekenntnisse. Nachdem Dr. Stork in dem „Observer“ erklärt hatte, daß er die kirchlichen Bekenntnisse annehme, wie sie „von der Generalsynode verstanden“ würden, macht der „Lutheran“ von Philadelphia vom 1. März die treffende Bemerkung: „Die Bekenntnisse müssen nach den Gesetzen der Sprache ausgelegt werden — sie haben einen genau bestimmten historischen Sinn — und wenn sie überhaupt von der Generalsynode verstanden werden, so geschieht es in diesem Sinne. Wenn sie von ihr in einem anderen Sinne verstanden werden, so sind sie einfach von ihr mißverstanden.“ Eine neue Synode wurde am 20. Februar in German Valley, N. J., unter dem Namen „Ev.⸗luth. Synode von New Jersey“ constituirt und Past. J. C. Duy zum Präsidenten derselben erwählt. Die Methodisten-Conferenz von Ohio passirte kürzlich einen Beschluß, daß ein Prediger, der Tabak rauche, kaue oder schnupfe, kein volles Glied der Conferenz sein könne. Die Reformirte K.-Z. von Chambersburg, Pa., enthält in ihrer Nummer vom 15. März einen Artikel, den wir darin nicht gesucht hätten. Darin wird ein engländischer Professor als Autorität citirt u. A. für folgende Expectorationen: „Naturbilder werden (im Alten Testament) so gebraucht und von menschlichen Gefühlen und Betragen so geredet, als ob das Volk für geistige und abstracte Gedanken ganz unfähig wäre. Ohne Zweifel gibt dies (Alles) einen Begriff von Gott, was seinem Wesen nicht gemäß ist, aber es war der einzige Weg, uncultivirten Gemüthern sein Wesen verständlich zu machen. In unserm erleuchteten Zeitalter nun sind gerade solche Beschreibungen für die Masse der Menschheit viel eindringlicher, denn irgend etwas anderes; denn ihr Geist ist mehr erleuchtet und findet deswegen keine Schwierigkeiten, die reine Wahrheit über Gottes Wesen und (aus ?) der groben Beschreibung herauszufinden. Wenn nun schon bei einem solchen wichtigen Punkte, wie der göttliche Charakter, die Offenbarung sich zu der menschlichen Bosheit und Ignoranz herabläßt, so können wir das noch viel mehr bei den Naturerscheinungen, die nicht die Wichtigkeit haben, erwarten . . Das Firmament über uns ist dargestellt als eine feste, ausgespannte Masse, die einem Ocean unterbreitet ist — mit Oeffnungen oder Fenstern, durch welche der Regen herabfließt, dargestellt. In Beziehung zum menschlichen Körper redet die heil. Schrift von verständiger Verrichtung der Nieren, oder von der Mühe in den Gebeinen. Kurz, die Beschreibungen der naturgeschichtlichen Dinge waren den irrigen Begriffen angepaßt, welche in sehr früher Zeit unter dem Volke herrschten. Allein es ist sehr leicht, solche Beschreibungen in Uebereinstimmung mit dem jetzigen Stande der physikalischen Wissenschaften auszulegen oder in andern Worten: Die damaligen materiellen Ansichten von der Gottheit mit den heutigen geistigen in Einklang zu bringen.“ (Ein Compliment, für das sich der heil. Geist gewiß bei dem „erleuchteten“ aufgeklärten Schreiber schuldigermaßen bedanken wird.) „Niemand kann das als einen Tadel des A. T. ansehen, daß es eine Beschreibung des göttlichen Wesens gibt, die viel weniger vergeistigt ist, als die Ansichten, welche die Theologen des 19. Jahrh. haben.“ (Gewiß sehr gütig und nachsichtig!) Wo war denn der Redacteur der Ref. K.⸗Z., als dieses gottlose Zeug seinen Weg in dieses Blatt fand? Wir können unmöglich glauben, daß ihn solches grob rationalistische Geschwätz nicht anekeln sollte. „Illinois-Universität“ in Springfield. Dieselbe betreffend, schreibt der Kirchenbote: „Aus dem letzten „„Olive Branch““ vernehmen wir, daß die pecuniären Bedrängnisse der Ill.⸗Staats⸗Univ. jetzt einen solchen Höhepunct erreicht haben, daß das Board der Directoren sich gezwungen fand, den Bewohnern Springfields folgende Alternative zu stellen: entweder $15,000 zur Deckung der auf der Anstalt lastenden Schuld zu bezahlen, oder die Gebäulichkeiten verkaufen und die Anstalt nach einem andern Ort verlegen zu lassen. Bis zum 1. April ist ihnen Bedenkzeit gelassen. Zwei Offerten sind dem Board bereits von