# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1861_S124 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 124 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. theilen. Ich glaube, das ist, was St. Paulus meint, wenn er spricht: „„Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brod, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn Ein Brod ist es, so sind wir viele Ein Leib; dieweil wir alle Eines Brodes theilhaftig sind.““ 1 Cor. 10, 16. 17. Ich weiß, es gibt Einige in unserer Kirche, welche die Worte der Einsetzung für durchaus sinnbildliche ansehen; aber, während ich willig bin, zuzugeben, daß es „„Zeichen““ im Sacrament gibt, halte ich zu gleicher Zeit dafür, ganz der Schriftlehre gemäß, daß diese sichtbaren Zeichen Canäle einer unsichtbaren Mittheilung sind, durch die sich Christus mit seinem Volk durch seine verklärte (?!) Gegenwart vereinigt und sie zu Theilhabern seiner Bundessegnungen in dem Neuen Testament durch sein Blut macht.“ — Jedermann sieht, daß der liebe Mann, der es vielleicht ganz gut meint, nichts weniger, als die biblisch⸗lutherische, als vielmehr die calvinische Lehre vom heil. Abendmahl vorträgt, in unsere Symbole hinein interpretirt und dadurch seinen „Laien“ mit letzteren versöhnen will. Kein Wunder, wenn er daher den Laien hierauf antworten läßt: „Nach Ihrer Auseinandersetzung scheint dieser Artikel (der 10. der Augsb. Conf.) nicht allerlei Einwürfen zu unterliegen, wie ich vermuthet habe, als meine Aufmerksamkeit sich das erste mal darauf richtete. Wenn ihre Auseinandersetzung richtig ist, so kann ich dieselbe als einen Glaubensartikel unterschreiben.“ Der „Lutheran Observer.“ Der gegenwärtige Herausgeber dieses Blattes hatte den Vorschlag gemacht, ein Drittel des reinen Gewinns desselben der Generalsynode geben zu wollen, wenn dieselbe seinem Blatte das Imprimatur ertheile, es also zu ihrem Organ erwähle. Hierauf wird dem Herausgeber im Missionary in das Gedächtniß gerufen, daß ein Eigenthümer des Observer selbst vor wenig Jahren bei anderer Gelegenheit erklärt habe, eine solche „Empfehlung sei Tausende von Dollars werth,“ daß also der Gewinnende bei jenem Anerbieten nur der Herausgeber selbst sei. Ja, der Redacteur des Missionary erklärt, es erhärten zu wollen, „daß aller Gewinn des Blattes bereits das rechtmäßige Eigenthum der Kirche sei und in ihrer Casse sein sollte!“ — Das sind bittere Pillen für ein Blatt, welches immer beansprucht hat, eigentlich allein das Organ für die zu sein, welche auf wahrhaft lebendige Gottseligkeit bringen, und darauf ausgehen, überall Revivals hervorzurufen, im Gegensatz gegen den unfruchtbaren Formalismus der „Altlutheraner.“ Californien. Aus dem Luth. Obs. vom 1. März ersehen wir, daß kurz nach Gründung einer deutschen lutherischen Gemeinde in San Francisco durch unseren lieben Bruder Bühler, auch eine englische Gemeinde daselbst durch einen Prediger der Generalsynode organisirt worden ist, der dieses Ereigniß auf eine höchst solenne Weise meldet, nehmlich in folgenden Worten: „Die ev.⸗luth. Kirche des stillen Meeres (church of the Pacific) entbietet der luth. Kirche des atlantischen Meeres (church of the Atlantic) ihren Gruß — in dem Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heil. Geistes. Amen. Es sei in allen unseren Kirchen kund und zu wissen, daß die ev.⸗luth. Kirche eine organisirte Existenz in San Francisco habe, welche Organisation am 13. d., Mittags 12 Uhr, in's Leben getreten ist, indem 31 Glieder sich die Hand zur Genossenschaft gereicht haben und drei Aelteste und drei Diakonen erwählt und installirt worden sind. Dürfen wir nicht die Sympathien, Gebete und Unterstützung unserer Brüder in Christo erwarten? Wir tragen eine schwere Bürde und dürften Hülfe nöthig haben.“ Herr Pastor Schieferdecker beginnt im Jowaer Kirchenblatt vom Monat März einen Artikel, worin er die Erwartung einer allgemeinen Bekehrung der Juden aus der Schrift zu erweisen den Anlauf nimmt. Dabei rügt er es, daß Luther und seine Schüler „die Weissagungen vom Antichrist auf das Pabstthum gedeutet haben.“ Also auch letzteres sieht er nicht mehr für eine biblische Auslegung an. Der liebe Mann thut uns herzlich leid. Mit Wehmuth denken wir an die seligen Stunden zurück, in denen wir mit ihm Ein Herz und Eine Seele verkehrten. Wie aus dem Artikel zu ersehen, hat Past. Sch. Sorge, wir würden nun über ihn herfallen. Da irrt er sich. Diese seine Erwartungen haben wir zwar für irrig, aber nie für eine Ketzerei erklärt. Es ist daher unrecht, wenn er „von manchen überlutherischen fleischlichen Eiferern“ redet, die diejenigen, welche seine Hoff⸗