# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1861_S105 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Unionsconferenz in Sachsen. 105 sprach. So kam man denn so weit, daß man mich dem Handlungsfache, wenigstens versuchsweise, zu bestimmen sich entschloß. Ich ward in eine Schule gethan, die man später wohl den Realschulen vergleichen durfte. Es war im Jahre 1800.“ ⁂ Unionsconferenz in Sachsen. So lesen wir in Münkel's neuem Zeitblatt vom 18. Januar: Um etwas weiter auszuholen und mit vergangenen Zeiten zu beginnen, so bestand vordem ein Missionsverein in Leipzig, welcher, von zwei treuen Zeugen, dem Rathsherrn Volkmann und dem Pastor Haensel getragen und erhalten, seine Gaben nach Basel schickte, was zu der Zeit das gewöhnliche war. Nachdem aber Harleß seinen Einfluß in Leipzig geltend gemacht hatte, erstarkte das lutherische Bewußtsein so sehr, daß man sich in die Verbindung mit Basel nicht mehr finden konnte, und man daran dachte, auf friedliche Weise das alte Verhältniß zu lösen und einen lutherischen Verein an die Stelle des unierten zu setzen. Eben so wenig konnte sich Haensel in diese Neuerung finden, die ihm als „Schroffheit“ erschien. Er war in dem damaligen Erweckungsleben grau geworden und fühlte sich selig in einer Gemeinschaft, welche durch keinerlei kirchliche Schranken unterbrochen wurde. Es wurden die langwierigsten Verhandlungen gepflogen, deren Ende war, daß sich neben dem neuerrichteten und mit jedem Jahre wachsenden lutherischen Missions⸗Verein der alte evangelische Verein erhielt. Doch waren und wurden ihm die eigentlichen Lebenskräfte entzogen. Seine ganze Thätigkeit bestand darin, daß er Beiträge sammelte und sein Jahresfest in der Universitätskirche feierte, wodurch allein sein Dasein alljährlich zur großen Verwunderung kund ward. Denn man konnte sich gar nicht erklären, was dieser Verein neben dem großen lutherischen sollte, der seine so überaus besuchten monatlichen Missionsstunden und seine großen Jahresfeste hatte, während der evangelische Verein zu seinen magern Jahresfesten seine Festprediger aus dem Auslande holen mußte, weil sich im Inlande niemand dazu hergab. Unter diesen Umständen erwartete man mit jedem Jahre die Todesanzeige des ev. Vereins. Da fanden sich ein paar Aerzte, welche es unternahmen, dem Hinsiechenden noch einige Jahre seines Lebens zuzulegen. Die Professoren Liebner und Brückner bemächtigten sich der Sache und zogen in den Vorstand des Vereines alles, was an der Universität halbschürig und unentschieden war. Man wollte dem stromartig anwachsenden lutherischen Missionswesen einen Damm, aus losem Geröll mit Flugsand verbunden, entgegensetzen. Man beschloß zu dem Zwecke, ein Rundschreiben an alle Ephoren Sachsens zu schicken, um sie zur Theilnahme und Mitwirkung einzuladen. Schon war das Ausschreiben fertig, und der lutherische Verein erwartete von Tage zu Tage die Eröffnung der harten Fehde. Da nahm irgend ein ungünstiger Wind das Ausschreiben auf seine Fittige und trug es, man weiß nicht, wohin.