# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1861_S102 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 102 Dr. Rudelbach's Kinderjahre. nen der Secundär⸗ und Tertiärperiode öfter Schichten mit versteinerten Meeresorganismen auf Schichten mit versteinerten Landgewächsen und Landthieren abgelagert erscheinen, folgt höchstens, daß in einzelnen Gegenden und Räumen des Erdbodens Meer oder Wasser und Land mehrmals gewechselt habe. Wir sagen höchstens. Denn zur Bündigkeit des Beweises hiefür genügt nicht die Richtigkeit der logischen Conclusion, sondern es kommt hauptsächlich darauf an, ob die Prämissen richtig sind und die Richtigkeit dieser folgt nicht ohne Weiteres aus der beobachteten Aufeinanderfolge der Gesteinsschichten mit ihren versteinerten Organismen, sondern dazu gehört auch die richtige Erkenntniß des Bildungsprocesses der Schichten und der Entstehungsweise der fossilen Organismen: zwei Momente, von welchen sich die Geologie noch nicht rühmen kann, die Wahrheit ergriffen zu haben, da es sich hiebei ganz oder hauptsächlich um Organismen der niedrigsten Ordnungen des Thierreichs, um die Klassen der Infusorien, Polypen (Korallenthiere, Mittelwesen zwischen Pflanzen und Thieren) der Radiaten (Strahlthiere), der Mollusken und gewisser Arten von Crustaceen (z. B. der Trilobiten), handelt, deren noch bestehendes Heer die Zoologie noch nicht einmal vollständig ermittelt und in Klassen, Gattungen und Arten richtig rubricirt, geschweige denn nach seiner Natur, Entstehung und Verbreitung genauer erkannt hat; so daß nicht alle Schlüsse, welche die Geologen aus den fossilen Ueberresten und Spuren derselben auf die Entstehung der sie enthaltenden Formationen gezogen, für unbedingt richtig erachtet werden können. Bei dem gegenwärtigen Standpuncte der Entwicklung der Geologie können wir also jene als Postulat der Schriftlehre über die Schöpfung und Urwelt bezeichnete Annahmen getrost festhalten, aber zu derselben auch nichts weiter hinzufügen, als die allgemeine, sehr vage Bestimmung, daß von den verschiedenen petrefactenführenden Gesteins⸗ und Erdformationen manche von der Sindfluth herstammen, theils als unmittelbares Product derselben, theils als mittelbare Wirkung und Folge derselben, andere unabhängig von dieser Katastrophe vorher und nachher sich gebildet haben mögen. Mehr läßt sich weder über die Zeit, noch über die Art und Weise ihrer Entstehung und Bildung, bis jetzt wenigstens nicht, mit nur einiger Wahrscheinlichkeit bestimmen. — Ob die Geologie und die Naturwissenschaft überhaupt bei fortschreitender Entwicklung künftig hierüber mehr Licht verbreiten wird, als bisher — das wird die Zukunft lehren.“ L. ⁂ Dr. Rudelbach's Kinderjahre. In dem ersten diesjährigen Quartalheft der Rudelbach⸗Guericke'schen Zeitschrift befindet sich der Anfang „autobiographischer Umrisse“ von Dr. A. G. Rudelbach unter dem Titel: „Confessionen.“ Wie von einem Rudelbach nicht anders zu erwarten ist, sind diese Umrisse ebenso interessant, als erbaulich und unterrichtend. Das Ganze verspricht ein Stück Kirchengeschichte der