# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1861_S101 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die biblische Schöpfungsgeschichte und die geologischen Erdbildungstheorien. 101 der Erdboden wie die Pflanzen⸗ und Thierwelt von der Schöpfung an bis auf unsere Zeit herab keine anderen Veränderungen erfahren habe, als solche, die noch immer eintreten und beobachtet werden; b) wenn die Wissenschaft überhaupt, die speculative und empirische, eine feste Grenze zwischen dem, was auf dem Erdboden zur Schöpfung gehört, und dem, was Product der auf die Schöpfung folgenden Entwickelung und Bildung ist, zu ziehen vermöchte, oder auch nur den Entwickelungsproceß bis auf seine ersten Anfänge zurück mit Sicherheit ermitteln und bestimmen könnte. Aber diese beiden Fälle sind der Art, daß weder der eine noch der andere jemals eintreten wird.“ „Kann die Wissenschaft weder eine feste Grenze zwischen den einzelnen Hauptformationen der Erdkruste ziehen, noch auch bestimmen, welche Gebirgsarten Product der Schöpfung und welche Product der auf die Schöpfung folgenden Entwickelung sind: so kann sie auch keinen begründeten Einspruch erheben gegen die Annahme, daß in und mit den versteinerungsleeren Uebergangsgebirgen der Schöpfungsbau des Erdkörpers seinen Abschluß erreicht haben möchte, mithin alle Gesteins⸗ und Erdschichten, welche versteinerte Organismen enthalten oder aus solchen bestehen, für Producte zu halten seien, welche theils durch die vom Schöpfer in die geschaffene Welt gelegten Keime und Kräfte in allmäliger Entwicklung gebildet, theils durch ungewöhnliche Katastrophen, die theils über die ganze Erde, theils über einzelne Gegenden hereinbrachen, bewirkt worden sind. Diese Annahme folgern wir nicht aus dem von der Geognosie gelieferten Nachweise, daß die Uebergangsformationen die weiteste Verbreitung auf dem Erdboden haben, in ungeheuren Räumen offen zu Tage treten, ohne von andern Formationen überdeckt zu sein, während alle auf sie folgenden Formationen trotz der gewaltigen Mächtigkeit, in der sie hie und da entwickelt erscheinen, doch durchaus nur den Charakter particulärer und localer Bildungen tragen. Wir stellen vielmehr diese Annahme als ein Postulat biblischer Schöpfungslehre und biblischer Urgeschichte auf und haben die Ueberzeugung, daß sie weder durch die Behauptung vieler Geologen, daß zur Bildung und Entwicklung einzelner Gebirgsarten, z. B. der Steinkohlengebirge, Myriaden, ja Millionen von Jahren erforderlich gewesen, noch durch die geologische Doctrin, daß nach der Schöpfung der Pflanzen und Thiere die ganze Erde mehrmals unter Wasser gesetzt, das Land wiederholt in Meeresboden, der Meeresboden in trockenes Land umgewandelt worden wäre, als unhaltbar erwiesen oder widerlegt wird. Denn über die Bildung der Steinkohlenlager und vieler anderen Gebirgsarten sind die Acten noch nicht geschlossen; bis jetzt ist weder der plutonische oder pyrogene Ursprung der krystallinischen Gebirgsarten, noch die Entstehung der Steinkohlen aus verkohlten Pflanzen und Bäumen wahrscheinlich gemacht, geschweige denn zur Wahrheit einer ausgemachten Thatsache erhoben. Und die Doctrin von wiederholten Erhebungen des Meeresbodens zu festem Lande und wiederholten Versenkungen des Festlandes in Meeresgrund gehört zu den geologischen Hypothesen, die viel Dichtung und wenig Wahrheit enthalten. Aus dem geognostisch ermittelten Sachverhalte, daß in verschiedenen Gebirgsformatio⸗