# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1861_S100 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 100 Die biblische Schöpfungsgeschichte und die geologischen Erdbildungstheorien. zeigen, daß die Arten nicht geschaffen und unveränderlich, sondern abgeleitet und veränderlich sind. — Aus diesen Thatsachen erhellt jedenfalls so viel, daß die gangbare Annahme, Verschiedenheit der Arten beweise für verschiedene Schöpfungen, noch keine ausgemachte Wahrheit ist; so wie aus dem, was über das Verhältniß der Petrefacten zu den Gebirgsformationen wirklich feststeht, klar hervorgeht, daß die Theorie von mehreren Erdbildungsperioden mit wiederholten Schöpfungen von Pflanzen und Thieren in den fossilen Organismen keine Begründung finden kann.“ 7. „Eben so wenig kann die zur Zeit herrschende Ansicht, daß fossile Menschenüberreste von gleichem Alter mit den fossilen Thiergeschlechtern nicht vorkommen, für eine ausgemachte Wahrheit gehalten und als ein gültiger Beweis dafür anerkannt werden, daß die fossilen Pflanzen⸗ und Thiergeschlechter einer der Schöpfung des Menschen voraufgegangenen Welt⸗ oder Schöpfungsperiode angehören, also die Schöpfung des Menschen von jüngerem Datum sei als die der Pflanzen und Thiere. Die höchste britische Autorität in geologischen Angelegenheiten, der vorsichtige und kritische Lyell, hat sich von der Echtheit der steinernen menschlichen Werkzeuge (Beile, Speerspitzen, Aexte u. a.), die während der letzten 10 Jahre in den geschichteten Kiesbetten der Somme bei Abbeville und Amiens, untermischt mit fossilen Elephanten⸗ und Menschenknochen, in erstaunlicher Menge ausgegraben worden, aus eigener Anschauung an Ort und Stelle überzeugt und in der vorjährigen Versammlung der britischen Naturforscher als constatirte Thatsache mitgetheilt, daß in ganz unversehrten Kiesschichten, die an manchen Stellen eine Mächtigkeit von 100 Fuß haben, zur Tertiärformation gehören und keine Spur einer Wirkung von Erderschütterungen erkennen lassen, nicht nur fossile Menschenknochen unter Knochen vorweltlicher, in Frankreich vor Beginn der historischen Zeit erloschener Thiergeschlechter, sondern auch Werkzeuge eines wilden Menschenstammes, dem der Gebrauch des Eisens fremd war, sich finden (vgl. „„Ausland““ 1859 Nr. 41. S. 982 ff.). Diese Thatsache beweist jedenfalls, daß die Einlagerung der menschlichen Ueberreste unter und zwischen den Gebeinen ausgestorbener Thierarten gleichzeitig mit dem Absatze der letzteren erfolgt ist; und hieraus folgt weiter, daß das Vorkommen fossiler Ueberreste untergegangener Thiergeschlechter in Tertiärbildungen keinen gültigen Beweis dafür liefert, daß diese Bildungen vor dem Auftreten des Menschen in der Geschichte entstanden seien.“ Schließlich bemerkt der Verfasser u. a. noch Folgendes: „Ein begründeter Widerspruch mit der Bibel würde sich aus diesen fossilen Organismen und den verschiedenen Gesteins⸗ und Erdschichten, in denen sie abgelagert sind, nur in zwei Fällen herausstellen: a) wenn die Vorstellung oder Meinung erwiesen oder nur wahrscheinlich gemacht werden könnte, daß der Erdball bereits am siebenten Tage der Schöpfung nicht nur in allen seinen Theilen, Meeren, Seeen, Flüssen, Gebirgen, Ebenen und Thälern die gegenwärtige Gestalt gehabt habe, sondern auch damals schon mit allen jetzt bestehenden Arten von Pflanzen und Thieren bedeckt und bevölkert gewesen sei, mithin