# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1861_S98 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 98 Die biblische Schöpfungsgeschichte und die geologischen Erdbildungstheorien. 8. Liberum arbitrium post lapsum est titulus sine re. Freier Wille nach dem Fall ist ein leerer Titel. 9. „Liberum arbitrium post peccatum res est de solo titulo et dum facit, quod in se est, peccat mortaliter.“ Der freie Wille nach der Sünde ist eine Sache, die in einem bloßen Titel besteht, und wenn er thut, was in seinen Kräften steht, sündigt er tödtlich. 10. „Voluntas facit, ut nec necessitas excusare valeat voluntatem, nec voluntas excludere necessitatem; est enim necessitas quodammodo voluntaria.“ Der Wille macht, daß weder die Nothwendigkeit den Willen zu entschuldigen, noch der Wille die Nothwendigkeit auszuschließen vermag; denn es ist gewissermaßen eine freiwillige Nothwendigkeit. 11. „Mala mea pure mala sunt et mea sunt, bona autem mea nec pura sunt, nec mea.“ Mein Böses ist durchaus bös und mein, mein Gutes aber ist weder durchaus gut, noch mein. 12. Sine Dei lumine nihil est homine. Ohne Gottes Licht ist nichts (Gutes) im Menschen. 13. A debito ad posse non valet consequentia. Daraus, daß der Mensch etwas zu thun schuldig ist, kann nicht geschlossen werden, daß er es zu thun im Stande ist. 14. A mandato ad posse non valet consequentia. Daraus, daß (dem Menschen) etwas zu thun befohlen ist, kann nicht der Schluß gezogen werden, daß er das Befohlene auch thun kann. 15. Detrectans homo Deo conditori servitium, amisit in creaturas dominium. Indem der Mensch Gott seinem Schöpfer den Dienst verweigerte, verlor er die Herrschaft über die Geschöpfe. (Fortsetzung folgt.) Die biblische Schöpfungsgeschichte und die geologischen Erdbildungstheorien. (Schluß.) 6. „Was sodann die Thatsache betrifft, daß viele der urweltlichen Typen völlig ausgestorben und viele der jetztlebenden in den Gebirgsformationen nicht gefunden worden sind, so müssen wir, damit die Bedeutung dieser Thatsache nicht überschätzt werde, zunächst daran erinnern, daß das Material zur Bildung eines sicheren Urtheils über die Verbreitung der Flora und Fauna in den verschiedenen Zeitperioden unseres Erdkörpers noch sehr mangelhaft ist. Wie viele von den Typen der Jetztzeit in der ältesten Periode der Erdgeschichte vorhanden gewesen, darüber kann ein endgültiges Urtheil erst gefällt werden, wenn die Geognosie alle Haupttheile unserer Erdoberfläche genau