# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1861_S94 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 94 Kirchlich-Zeitgeschichtliches. dieser Bibel dennoch ein sehr billiger. Sie kostet in Einen Band broschirt 6 Thlr. Exemplare in echt Maroquin-Leder gebunden mit Goldschnitt und reichen Stempel-Verzierungen nach einer Zeichnung von J. Schnorr 3½ Thlr. mehr.“ Hengstenberg, Prof. Dr. E. W., die Freimaurerei und das Evangelische Pfarramt. 3 Thle. Berlin, G. Schlawitz. 10 Bog. groß 8. 22½ Sgr. Lesebuch der Weltgeschichte in 3 Theilen, von Wilhelm Redenbacher. Stuttgart, Steinkopf. 10 Ngr. „Bis jetzt ist der erste Band erschienen, der bis zum Kaiser Augustus gelangt ist. Der Verfasser ist bereits als guter Erzähler bekannt.“ L. Kirchlich-Zeitgeschichtliches. I. America. Die Zahl der Katholiken in den Ver. St. beträgt, nach der kath. Zeitung in Boston, gegenwärtig drei und eine halbe Million, Kinder mit eingerechnet. Europa zählt (unter seinen 275 Millionen Einwohnern) 146 Millionen Katholiken. General-Synode. Nachdem der Vorschlag gemacht worden war, daß eine religiöse Zeitschrift gegründet werden möchte, welche officielles Organ der Generalsynode wäre, zeigt der Luth. Observer vom 18. Januar, in lebendiger Schilderung, daß dies rein unmöglich sei, da in diesem Falle so viele Lehrverschiedenheiten und Richtungen zu vertreten sein würden, daß kein lebender Mensch im Stande sei, diese Aufgabe zu lösen. Es wissen also die Herrn Generalsynodalen recht wohl selbst, welch ein Babel ihr Bau ist, den sie die „Generalsynode der ev.-luth. Kirche in den Ver. St.“ nennen. Die americanische Tractatgesellschaft. Den Freunden derselben zeigt der Americanische Botschafter in der Februar-Nummer an, daß in den letzten zwei oder drei Jahren ihre Einnahme an freiwilligen Gaben um mehr als $50,000 hinter ihren Ausgaben zurückgeblieben sei; wenn sich daher die Gaben nicht mehren, habe die Committee keine andere Wahl, als ihre Geschenke an Büchern und Tractaten für Bedürftige im In⸗ und Auslande ebenfalls zu vermindern und ihre Colporteure zu entlassen. Obwohl wir mit dem Princip, nach welchem die Tractatgesellschaft wirkt, nicht einverstanden sein können, ist es jedoch nichts weniger, als Freude, was uns bei dieser Mittheilung bewegt. Das Abnehmen der Theilnahme an jenem Werke ist ja schwerlich ein Zeichen, daß das Geltendmachen der vollen Wahrheit in unserem America gestiegen ist, es dürfte dasselbe wohl mehr ein Zeichen zunehmender religiöser Gleichgültigkeit sein. Der (papistische) Wahrheitsfreund glorirt sehr, daß „unter dem weißen Berge bei Prag, wo Churfürst Maximilian von Bayern 1620 das Heer der Protestanten schlug,“ im August vorigen Jahres die barmherzigen Schwestern zur Aufnahme von Findelkindern ein großes Haus feierlich eingeweiht haben. Sogleich zogen 200 Findelkinder ein! Hiernach muß das papistische Prag ein greuliches unzüchtiges Nest sein. Der Lutheran Observer nimmt neuerdings eine ziemlich kriegerische Attitüde ein. In seiner Nummer vom 1. Februar schreibt ein Correspondent, der sich “an old Observer man” nennt: „Man lasse den alten Editor sich nicht vor Controversen fürchten; die Kirche Christi gewann nie einen Zoll Gebiet ohne Controversen — sie ist eine streitende Kirche, und sie muß auf ihrem Weg durch Irrthum und Sünde sich hindurch schlagen.“ In derselben Nummer giebt der Editor eine weitläufige Apologie der Controversen, ohne Ausschluß des Persönlichwerdens, und erweist die Nothwendigkeit derselben aus den Pflichten eines rechten Editors, der gleichwie ein Pastor ein Wächter sein solle, beruft sich dabei auf das Beispiel eines Huß, eines Luther, der Propheten und Apostel und Christi selbst. Er⸗