# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1861_S89 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Referat über die Predigt der rechten Lehre von der Rechtfertigung. 89 unartigen boshaften Fleisches durch die Furcht der Strafen zu zügeln, theils um sie, sonderlich durch die Schranken des Cärimonialgesetzes, von den Heiden und ihrem groben abgöttischen Wesen abzusondern, theils um ihnen durch das vielfache Sollen ihr stetiges innerliches Nichtwollen und die erbsündlich verderbte Beschaffenheit ihrer Natur recht klar und eindrücklich zu machen, sie zur Erkenntniß der Sünde zu bringen und zur Buße zu leiten, theils endlich, um das Verlangen nach dem Messias rege zu erhalten, von dessen Kommen, Helfen und Heilen sie durch die Weissagungen der Propheten Kunde hatten, und den auch gleichsam die Bilderschrift gewisser Opfer, als z. B. des täglichen Opferlammes und des jährlichen Paschalammes abschattete. In der Kirche des neuen Bundes aber soll es nicht also hergehen; denn Christus hat durch sein verdienstlich Leben, Leiden und Sterben alle Menschen von dem Zwange, dem Fluche, auch der Strenge des Gesetzes, ja sogar auch sofern vom Moralgesetz vollkommen erlöst, daß sie nun nicht durch dessen Werke vor Gott gerecht werden sollen, bietet im Evangelio allen Menschen diese seine Erlösung und Gerechtigkeit an und theilt sie den Gläubigen auch wirklich mit; „denn Christus ist des Gesetzes Erfüllung und Ende; wer an ihn glaubt, der ist gerecht.“ Röm. 10, 4. So ist also, wie jeder einzelne Gläubige, so auch jede kleinere und größere Gemeinde derselben von Christo durch den Kaufpreis seines Blutes und Todes theuer erkauft, und soll bestehen in der Freiheit, damit sie Christus befreiet hat, und sich nicht wieder in irgend ein knechtisches Joch des Gesetzes, das ihr Menschen auflegen, fangen lassen, als gehörte der Gehorsam und die Werke dieses Gesetzes mit zur Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, und als sei der Glaube an Christum nicht hinreichend. Wer also wider das Evangelium und den Glauben an Christum, von einem hochmüthigen und herrschsüchtigen Pfaffen, er heiße nun lutherisch oder katholisch oder sonstwie, sich irgend welche äußerliche kirchliche Ordnung und Ceremonie als ein Werk des dritten oder vierten Gebots aufladen und sich ein Gewissen machen läßt, als sei dieser Gehorsam noth zur Vergebung der Sünden und zur Seligkeit; der hat Christum verleugnet und verloren und ist von der Gnade gefallen. Gal 5. So will also der König und Herr, Christus, daß sein Volk grade durch den alleinigen Gehorsam des Glaubens gegen ihn und sein Evangelium sofern frei sein soll von allen göttlichen und menschlichen Gesetzen, Ordnungen, Ceremonien, als helfe das Halten desselben auch mit zur Gerechtigkeit vor Gott und zum ewigen Leben. Wie aber Christus will, daß seine Kirche und Christenheit frei sein soll durch den Glauben, so will er doch zugleich, daß sie freiwillig sei in der brüderlichen Liebe; und das ist das andere Stück, darin Christus durch sein Wort sein Volk regiert, sei es in einem Einzelnen, oder in einer kleinern oder größeren Gemeinde oder in der ganzen Kirche, als der Gesammtheit aller einzelnen Gemeinden. In all den Stücken also, die in der Kirche Christi nicht von ihm ge⸗ oder