# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1861_S74 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 74 Die biblische Schöpfungsgeschichte und die geologischen Erdbildungstheorien. Säugethier auch schon im neuen rothen Sandsteine entdeckt worden ist. Cuvier legte großen Werth auf den Umstand, daß kein fossiler Affe in einer Tertiärschicht vorkomme; jetzt aber sind erloschene Affenarten in Indien, Südamerika und Europa ziemlich weit zurück, nämlich in eocänen (älteren Tertiär⸗) Schichten, gefunden worden. Lange Zeit gab man viel darauf, daß Wallfischknochen nicht in secundären Schichtungen getroffen worden, während Lyell's Handbuch (1858) bereits Wallfischspuren im oberen Grünsande, also vor Beschluß des secundären Zeitalters kennt."" So werden die früheren, aus einzelnen wenigen Beobachtungen gefolgerten Theorien durch die fortgesetzten geognostischen Untersuchungen nicht bestätigt, sondern als unhaltbar umgestoßen. Wie überhaupt aus den Fossilien sich keine sicheren Folgerungen über Schöpfungsperioden ableiten lassen, das haben schon längst Naturforscher erkannt und ausgesprochen. So sagt z. B. A. v. Hoff (Geschichte der natürl. Veränderungen der Erdoberfläche, Th. III. S. 227 f., vom Jahr 1834): „„Wollte man mit einigen Naturforschern annehmen, daß die organische Schöpfung in langen Zeiträumen gewisse Stufen der Bildung durchlaufen mußte, daß sie auf der Erdoberfläche zuerst einfachere und nur nach und nach die künstlicher zusammengesetzten Organismen hervorzubringen im Stande gewesen war: so müßten sich nicht nur in den Ueberresten der alten, untergegangenen organischen Schöpfung die Spuren dieser allmälig in der Zeit vorgeschrittenen Ausbildung immer vollkommenerer Organismen zeigen; sondern man müßte sie auch in der nach der angeblichen allgemeinen Katastrophe erneuerten organischen Schöpfung wahrnehmen, welche in unserer Zeit ungefähr ihren Culminationspunkt erreicht haben dürfte, wenn nicht vielleicht nach jenem Systeme die Erscheinung eines noch vollkommeneren Organismus als der des Menschen ist, erst noch zu erwarten steht. Nach dieser Ansicht müßten in gewissen, organische Ueberreste enthaltenden Erd⸗ und Steinlagen sich nur die Reste der einfachsten Thierarten, Gewürm u. dgl., in anderen schon die von vollkommeneren Geschöpfen, und so stufenweise immer weiter die Ueberreste solcher organischen Wesen allein und unter sich zusammengeordnet finden, die dem Zeitpunkte der jedesmaligen Bildungsfähigkeit der Natur entsprächen. Es müßte sich ergeben, daß diejenigen Erd⸗ und Steingebilde, in denen die Reste der unvollkommeneren Geschöpfe begraben liegen, wirklich die ältesten und die mit den Ueberbleibseln der vollkommneren angefüllten die neuesten wären. — Von diesem Allen aber findet sich nichts.... Da man Ueberreste von Wirbelthieren in Felslagern findet, denen man, allen vorliegenden Umständen nach, ein höheres Alter zuschreiben darf als manchen Steinschichten, in denen nur die Reste von Mollusken begraben liegen, so mag man an eine Stufenfolge der Erzeugnisse vom minder Vollkommenen zum Vollkommeneren nicht glauben."" (Schluß folgt.)