# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1861_S73 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die biblische Schöpfungsgeschichte und die geologischen Erdbildungstheorien. 73 einzelnen ihrer Bestandtheile über einander gelagert erscheinen. „„Man darf sich — wie Wagner I. S. 358 über die Lagerungsreihe derselben bemerkt — hiebei nicht vorstellig machen, als ob die Felsarten in einer ununterbrochenen Erstreckung über die ganze Erdoberfläche sich ausdehnen, wie z. B. die Blätter einer Zwiebel sich um letztere rings herumlegen, sondern sie treten nur in partiellen Erstreckungen auf. — — Eben so wenig darf man erwarten, daß alle Gebirge aus der ganzen Reihe der Felsarten zusammengesetzt sind; im Gegentheil fällt oft eine beträchtliche Reihe der letzteren aus und zwar entweder so, daß die oberen ganz ausbleiben, oder daß nur zwischen oberen und unteren Ablagerungen gewisse Zwischenglieder fehlen, während die oberen sich einstellen und dann wieder nach ihrer allgemeinen Norm regelmäßig über einander folgen."" 5. „Die geognostische Beobachtung hat ergeben, daß viele Gesteinsbildungen von einerlei mineralischer Beschaffenheit und Structur, überall wo sie auftreten, auch gleiche Arten von Versteinerungen enthalten, andere aber bei gleicher mineralischer Zusammensetzung und Bildung an verschiedenen Orten verschiedene Versteinerungen zeigen, weshalb man nicht wenige Gesteins⸗ und Erdschichten, die in ihrer mineralischen und chemischen Beschaffenheit gar keine Verschiedenheit erkennen lassen, blos um der Verschiedenheit ihrer fossilen Einschlüsse willen in verschiedene Formationen zertheilt hat. Wollten wir aber auch ein bestimmtes Abhängigkeitsverhältniß zwischen den Gebirgsarten und ihren fossilen Ueberresten als allgemeingültig annehmen, so würde aus ihm noch gar nichts über die Bildungszeiten der verschiedenen Formationen folgen, so lange das Zeitalter der Formationen nicht aus anderen Gründen sicher ermittelt ist. Sodann ist es keine ausgemachte Thatsache, daß auch nur jede Hauptformation eine nur ihr eigenthümliche Organisation des Thier⸗ und Pflanzenreiches habe und keine Uebergänge der gleichen Fossilien aus einer Formation in die andere stattfinden. — „„Es sind zahlreiche Fälle bekannt, daß die Ueberreste einer und derselben Species nicht nur in zweien, sondern sogar in mehreren aufeinanderfolgenden Formationen vorkommen."" Die häufig aufgestellte Meinung, daß in den verschiedenen Thier⸗ und Pflanzenformen der auf einander folgenden Gebirgsformationen eine allmälige und gewissermaßen auch stufenweise fortgeschrittene Entwickelung der Thier⸗ und Pflanzenwelt ausgedrückt sei, hat sich nicht zu allgemeiner Anerkennung erheben können (vergl. Naumann II. S. 26 f.); und über die oft als ausgemachte Thatsache hingestellte Behauptung, daß die Uebergangsgebirge nur Fossilien von den niederen Pflanzen⸗ und Thierordnungen enthalten, und vom Thierreiche die Säugethiere erst in den Trias⸗, Jura⸗ und Kreideformationen auftreten, und zwar Warmblüter erst in den Tertiärformationen, urtheilt ein Geologe im „„Ausland"", 1860, Nr. 6 S. 138 f.: „„Noch vor wenig Jahren wiederholten alle geologischen Handbücher, daß die Säugethiere plötzlich in der tertiären Zeit aufgetreten seien, während die reichste jetzt bekannte Anhäufung fossiler Säugethiere der mittleren Zeit der secundären Schichtenfolge angehört und ein wahrhaftes