# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1861_S72 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 72 Die biblische Schöpfungsgeschichte und die geologischen Erdbildungstheorien. gebirgsarten, sondern an nicht wenigen Orten sind auch Granit, Gneiß, Glimmer und andere Gesteine dieser Formationen über der Grauwacke, selbst über Jurakalk und Kreidebildungen (also das Urgebirge über dem Uebergangs⸗ und Flötzgebirge) liegend gefunden worden. Hiernach unterscheidet man ältere und jüngere Granit⸗, Gneiß⸗ und krystallinische Schieferbildungen, aus keinem andern Grunde, als weil man nach der Reihenfolge der über einander auftretenden Lagen und Schichten das Zeitalter ihrer Entstehung bestimmt, denn in ihrer mineralischen Beschaffenheit hat man keine Verschiedenheit zwischen den angeblich älteren und jüngeren Bildungen erkennen können. *)“ 3. „Sodann gehen die verschiedenen Hauptformationen und ihre einzelnen Glieder häufig so unmerkbar in einander über, daß sie sich nicht von einander abgrenzen und unterscheiden lassen. Das Uebergangsgebirge führt diesen Namen davon, daß es sich weder von dem Urgebirge, noch von dem Flötzgebirge scharf trennen läßt, vielmehr durch Uebergänge dem einen wie dem andern verbunden ist. „„Es giebt nun einmal unter den Gebirgsarten keine wirklichen Species, wie sie in der Oryktognosie vorliegen, und eben deshalb lassen sich die Gebirgsgruppen nicht scharf von einander trennen"" (Wagner I. S. 369). Die Tertiärformationen zeigen einerseits in Bezug auf ihr Material „„keine Verschiedenheit gegen die früheren Formationen; nur die mehr localen See⸗ und Uferbildungen zeigen eine größere Weichheit und Lockerheit der Massen. Doch kommen auch Kalksteine, Sandsteine, Schiefer u. A. vor, welche äußerlich durchaus nicht von älteren derartigen Gesteinen unterschieden werden können"" (Pfaff S. 572, vgl. Naumann II. S. 1026). Andererseits lassen sie sich gegen die Diluvial⸗ und Alluvial⸗ oder die quartären Bildungen so wenig abgrenzen, daß es — wie Naumann II. S. 1153 sagt — „„häufig von dem Ermessen des einzelnen Beobachters oder von der Uebereinkunft mehrerer Beobachter abhängen wird, ob eine gegebene Ablagerung für quartär oder noch für tertiär oder schon für eine sog. recente Bildung erklärt werden soll.“" In sehr vielen Fällen werden daher die Formationen nur nach der Verschiedenheit ihrer fossilen Organismen unterschieden.“ 4. „Endlich umgeben auch die von der Systematik unterschiedenen Gebirgsformationen keineswegs allerorten den Erdball, sondern treten sämmtlich nur local auf, so daß nur an einzelnen Gegenden die Hauptformationen in *) Mehr Nachweise solcher „Ablagerungen von Gneiß, Glimmerschiefer und anderen geschichteten Silicatgesteinen, welche entweder unzweifelhaften sedimentären Formationen oder auch der Urschieferformation unter solchen Verhältnissen aufgelagert sind, daß diese ihr Lagerungsverhältniß weder durch Ueberschiebungen, noch durch sonstige Dislocationen erklärt werden kann, während doch auch keine hinreichenden Beweise für ihre metamorphische oder eruptive Natur aufzufinden sind,“ giebt Naumann II. S. 169—175. Er zählt dieselben zwar auch zu den neuern Bildungen, bezeichnet sie aber als „eine ganz räthselhafte Erscheinung, als eine kryptogene Bildung“, d. i. eine solche, „deren Entstehung noch nicht genügend erklärt werden kann,“ und bemerkt noch, daß sie keineswegs zu den großen Seltenheiten gehören, auch mitunter eine recht bedeutende Ausdehnung gewinnen.