# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1861_S69 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die biblische Schöpfungsgeschichte und die geologischen Erdbildungstheorien. 69 tertiäre Ablagerung gehaltenen „norddeutschen Braunkohlenformation, in der Baumstämme vorkommen, welche ihren Jahresringen nach 3000 Jahre alt waren," wie „der am Siebengebirge gefundene Stamm einer Cypressenart, der elf Fuß im Durchmesser hatte" (Pfaff S. 578 und 594) vor Erschaffung des Lichts und der Atmosphäre gewachsen sind? Sollen wir glauben, daß die in den sibirischen Eisfeldern begrabenen Mammuthe, die in den Höhlen der Kalkgebirge gefundenen Ueberreste von Raubthieren, wie die 800 Bären der Gailenreuther Höhle und die 2500 Bären der Höhle bei Rabenstein oder die unzähligen Hyänen der Kirkdaler Höhle bei York u. A. (vergl. Pfaff S. 595) vor Erschaffung von Sonne, Mond und Sternen gelebt und in diesen Höhlen ihren Haushalt getrieben haben? So etwas können wir nicht glauben; wir sind sogar überzeugt, daß auch Männer wie Kurtz und A. Wagner, welche die in den Tertiär⸗ und Diluvialformationen begrabenen Organismen vor den biblischen Schöpfungstagen entstehen, bestehen und untergehen lassen, nicht die Ansicht hegen, daß jene Pflanzen ohne einen über der Erde gewölbten Himmel mit Sonnenschein, Wolken und Regen gewachsen seien, jene Thiere ohne Wechsel von Tag und Nacht, von Licht und Finsterniß gelebt haben. Aber die Tragweite ihrer Hypothese haben jene Gelehrten nicht erwogen und daher die Unvereinbarkeit derselben mit der Bibel nicht erkannt. Denn können die in fossilen Ueberbleibseln erhaltenen Wesen nur in einer der jetzigen Welt⸗ und Naturordnung ähnlichen Welt gelebt haben, welche dieser voraufgegangen ist, so wäre nach dem Untergange jener Organismen eine Schöpfung des Lichts und der Himmelsfeste mit Sonne, Mond und Sternen doch nur denkbar, wenn die Katastrophe, die dem Leben jener Pflanzen⸗ und Thiergeschlechter ein Ende machte, ein Untergang des frühern Weltsystems gewesen wäre, ein Zusammenbrechen des vormaligen Himmels und der vormaligen Erde, entweder durch Feuer, wobei, wie die Schrift von dem unserer gegenwärtigen Welt am Ende dieses Aeons bevorstehenden Untergang bezeugt, die Elemente zerschmolzen vor Hitze und die Erde mit ihren Werken verbrannte, oder durch eine andere, uns unbekannte Potenz, wodurch Himmel und Erde in ein allgemeines Chaos aufgelöst wurden. In einem solchen Falle aber würden bei Zertrümmerung des Weltalls auch die auf der Erde befindlichen Organismen gänzlich zertrümmert und vernichtet worden sein, so daß sie nicht jetzt noch allenthalben auf und unter der Oberfläche der aus jenem Chaos neu geschaffenen Erde in deutlich erkennbaren, theilweise ganz unversehrten Formen gefunden werden könnten. Durch diese geologische Thatsache, daß die untergegangenen Organismen sich so leicht erkennbar erhalten haben, wird die Annahme eines Weltunterganges ausgeschlossen, und es bleibt nichts übrig, als der angenommenen Hypothese zu Liebe die biblische Aussage über die Schöpfung des Lichts, der Himmelsveste und der Sonne sammt dem Monde und den Sternen aus Genesis 1. zu streichen oder diese Schöpfungswerke in ein bloßes Wiederhervortreten des Lichts nach einer zeitweiligen Verfinsterung der Erde, in eine Ansammlung von Wolken am Himmel, in