# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1861_S68 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 68 Die biblische Schöpfungsgeschichte und die geologischen Erdbildungstheorien. (Fortsetzung.) Die verschiedenen Gebirgsarten und Erdschichten, welche die Erdrinde bilden, werden von den Geologen in fünf Hauptbildungen oder Hauptformationen eingetheilt. Unter Bildung oder Formation versteht man einen unter denselben Zeitverhältnissen entstandenen Theil der Erdrinde. Die Hauptformationen sind das Urgebirge, Uebergangsgebirge, Secundär⸗ oder Flötzgebirge, Tertiärgebirge, Quaternärgebirge oder Diluvial⸗ und Alluvialbildungen. Jede von diesen Hauptformationen besteht wieder aus mehreren Formationen von verschiedenem, mineralischen Charakter. „Auf diese verschiedenen Gebirgsformationen und Erdschichten, mit ihren Einschlüssen von fossilen Pflanzen⸗ und Thierüberresten gründet sich die geologische Theorie von Schöpfungsperioden, indem man theils aus den Lagerungsverhältnissen derselben, d. h. daraus, daß die verschiedenen Straten, wo sie neben einander vorkommen, in der angegebenen Reihenfolge von unten nach oben gerechnet über einander gelagert sind, theils aus ihren fossilen Einschlüssen, sofern die untern oder älteren Schichten (mit Ausnahme des untersten oder Urgebirges, das keine Spur von pflanzlichen oder thierischen Ueberresten enthält) gewöhnlich nur Thier⸗ und Pflanzenüberreste der niederen Ordnungen zeigen und erst in den höheren oder jüngeren Schichten die höheren Ordnungen des Thier⸗ und Pflanzenreichs erscheinen, den Schluß zog: daß eine Formation nach der andern, und zwar in langen Zeiträumen entstanden sei in Folge wiederholt eingetretener Revolutionen, oder, wie A. Wagner meint, Evolutionen des Erdkörpers, bei welchen die damals vorhandene Pflanzen⸗ und Thierwelt ihren Untergang fand und in den Stein⸗ und Erdmassen begraben wurde, worauf dann eine neue Pflanzen⸗ und Thierschöpfung ins Dasein trat von höherer und vollkommnerer Bildung, bis endlich nach der letzten Revolution, von welcher das Diluvium Zeugniß gebe, unser Erdkörper seine jetzige Gestalt erhalten habe und die dermalen noch existirende Flora und Fauna gleichzeitig mit dem Menschengeschlecht erschaffen worden sei." „Will man nun diese von der Geologie angenommenen Schöpfungsperioden mit ihren organischen Wesen in die biblische Schöpfungsgeschichte einreihen, so scheint allerdings V. 2 des ersten Cap. der Genesis den geeignetsten Raum für sie zu bieten — es wäre also dann zwischen dem Anfange der Schöpfung (V. 1) und der Erschaffung des Lichtes am ersten Tage (V. 3) ein sehr langer Zeitraum mit vielen Wandelungen der geschaffenen Welt verflossen." Abgesehen jedoch davon, daß „die ersten Verse der Genesis auf den mit den geologischen Schöpfungen unbekannten Leser nicht den Eindruck machen, daß vor dem Sechstagewerk bereits mehrmalige Schöpfungen sollten entstanden und wieder untergegangen sein," so ist die Vergleichung des Inhalts des Sechstagewerks mit der Beschaffenheit der geologischen Schöpfungsperioden in dieser Sache entscheidend. „Sollen wir glauben, daß die Pflanzen der für