# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1861_S66 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 66 Theologische Axiome. 10. „Omne peccatum, etiam minimum et cordiale, etiam in regenitis, natura sua et per se est mortale legaliter." Jede Sünde, auch die kleinste und die nur im Herzen steckt, auch die in Wiedergebornen sich findet, ist ihrer Natur nach und an sich eine tödtliche, nach dem Gesetz betrachtet. 11. „Perniciosus est Sophistarum error, qui peccata distinguunt penes substantiam facti, non penes personam. Qui credit, idem et aeque magnum peccatum habet, ut incredulus; credenti tamen condonatur et non imputatur; incredulo retinetur et imputatur. Huic veniale, illi mortale est; non propter differentiam peccatorum, quod credentis peccatum minus, increduli majus sit, sed personarum. Credens enim fide statuit, peccatum, cum Christus se ipsum pro eo tradidit, sibi esse remissum. Itaque peccatum habens et peccans, tamen manet pius, contra incredulus impius." „Darum ist das ein schädlicher Irrthum, daß die Sophisten die Sünde unterscheiden secundum substantiam facti d. i. nach den Werken, wie die an ihnen selbst sind, und nicht nach dem die Person gläubig oder ungläubig ist. Es hat ein Gläubiger eben so große Sünde, als ein Ungläubiger; doch wird sie dem Gläubigen vergeben und nicht zugerechnet, dem Ungläubigen aber behalten und zugerechnet. Und ist also dem Gläubigen eine vergebliche Sünde, die dem Ungläubigen eine Todsünde ist; nicht, daß der Sünde halben an ihr selbst ein Unterscheid sei und des Gläubigen Sünde kleiner und geringer sei, denn des Ungläubigen, sondern daß unter den Personen ein Unterscheid ist. Denn der Gläubige hält durch den Glauben für gewiß, daß ihm seine Sünde vergeben sei um Christi willen, sintemal sich Christus selbst dafür gegeben hat. Darum, ob er wohl Sünde hat, bleibet er gleichwohl ein gottseliger Mensch; dagegen der Ungläubige bleibet gottlos." 12. Si credimus, „non solum mala passiva, quae nobis irrogantur, in bonum cedunt, sed etiam activa, quae nos ipsi facimus." Uns, die wir glauben, „muß nicht allein das Unglück, so wir leiden und uns von andern zugerichtet wird, sondern auch das Böse, das wir selbst thun, zum Guten gerathen." 13. Est peccatum, quod est in et cum voluntate, etsi non semper a voluntate. Die Sünde ist etwas, was in und mit dem Willen geschieht, ob es auch nicht immer vom Willen geschieht. 14. Non omnia peccata sunt aequalia. Nicht alle Sünden sind einander gleich. 15. „Peccare voluptate gravius est, quam peccare necessitate." Aus Lust sündigen ist ein schwereres Vergehen, als sündigen aus Noth. 16. Omne animi vitium tanto conspectius in se crimen habet, quanto major, qui peccat, habetur. Jede Sünde ist um so strafbarer, je höher der steht, der da sündigt.