# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1861_S54 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 54 Die Türkei. Glauben und in der Liebe als Heilige und Geliebte vor Gott wandeln und ein in der Gnade getrostes und festes Herz haben. Beschädigen wir aber dieses Evangelium durch Einmischung des Gesetzes und seiner Werke oder selbstgemachter innerlicher oder äußerlicher Werkerei, sie sei nun papistischer oder pietistischer oder schwärmerischer Art, in diesem Handel der Rechtfertigung, so sind wir Prediger mit schuld, wenn unsere Kirchkinder kein wahrhaft getröstetes und festes Herz sonderlich wider die Anklage des Gewissens, des Gesetzes und des Teufels durch die Gnade Gottes erlangen und bewahren und in Unglauben oder Mißglauben hineinfallen. (Fortsetzung folgt.) ——— (Aus der Allgem. K.-Z.) Die Türkei. Darmstadt, 5. October. Bereits schon seit einigen Tagen haben die politischen Zeitungen auf eine unter dem Titel: „der Schutz der Christen im Orient“ (Frankfurt a. M., Literarische Anstalt) erschienene kleine Broschüre aufmerksam gemacht, als deren Verfasser sich der Prinz Emil von Sayn⸗Wittgenstein nennt. Wir hoffen über dieselbe ausführlicher berichten zu können, da sie wegen ihres wohlunterrichteten fürstlichen Verfassers höchst interessant und bedeutungsvoll ist. Vorläufig beschränken wir uns darauf, unsere Leser mit einem kurzen Auszug bekannt zu machen, welcher sich über dieselbe in der Neuen Preußischen Zeitung findet. Nach dieser Zeitung beginnt der Verfasser: „Als in den Jahren 1853, 1854 und 1855 die Türkei, unter dem Banner der Civilisation und am Gängelbande der officiösen Vertreter derselben, die damals stichwörtliche Barbarei Rußlands bekämpfte, mochten wohl einige ihrer optimistischsten Freunde glauben, sie sei auf dem Wege politischer und moralischer Besserung. Die große Masse der Vernünftigdenkenden aber, besonders alle die, welche den Orient aus eigener Anschauung kennen, glaubten nicht daran. — Der Friede von 1856 wurde geschlossen und darin die Gleichberechtigung der Rajas mit den Mahommedanern in kirchlichen und weltlichen Dingen verbürgt und hervorgehoben. Sonderbar mochte eine solche Auflösung der blutigsten Verwickelung unserer Zeit dem Unparteiischen erscheinen, welcher bedachte, daß gerade die Erreichung dieses Resultats ein Hauptpunkt im Programme des Kaisers Nikolaus war, in dem Programme, welches der Welt als Nec plus ultra völkerrechtswidriger Anmaßung dargestellt, einen Sturm der Entrüstung über seinem Haupte entlud, seine Gränzen mit einem wahren Kreuzzuge europäischer Aufklärung zu Gunsten des Halbmondes überzog und dem damaligen Erzbischof von Paris seinen berühmten Aufruf zum Bund von Christenthum und Islam gegen das griechische Schisma dictirte. — Der Zweck der Alliirten wurde erreicht; Rußland, wie man damals schrieb, gedemüthigt, und nun machten die Vertreter des Völkerrechts den Rußland mißgönnten Schutz des christlichen