# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1861_S52 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 52 Referat über die rechte Predigt der Lehre von der Rechtfertigung. des Edelsteins kann theilhaftig werden. Und desgleichen hat Gott, als sonderliche Zeichen und Zeugnisse seines gnädigen und väterlichen Willens gegen uns arme Sünder, auch als Einzelne betrachtet, die beiden h. Sacramente, Taufe und Abendmahl, gleich als Gnadensiegel dem Gnadenbriefe seines Evangelii untergedrückt und angeheftet, damit Niemand zweifle, daß der im Evangelio begriffene, für Alle gekreuzigte und auferstandene Christus und in Ihm Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit, jedem Einzelnen eigends und sonderlich zugehöre. Denn nachdem Gott in Christo die Welt mit ihm versöhnt hat (also daß durch menschliches Thun und Leiden dieser vollbrachten Versöhnung nichts zufließen kann) hat er darnach das Wort von der Versöhnung, die Predigt des Evangelii aufgerichtet, die da lautet: „lasset euch versöhnen mit Gott,“ d. i. ergreifet nun kraft dieses Wortes mit gläubiger Zuversicht des Herzens die bereits durch und in Christo für euch vollkommen vollbrachte Versöhnung, damit ihr dadurch nun auch Gotte versöhnet werdet und ihn in Christo für euern lieben Vater haltet, wie er euch bereits in und durch Christum versöhnet ist. So gewiß ja nun freilich solche Predigt darauf ausgehen soll, durch kräftiges und süßes Vormalen und Ausstreichen sonderlich des für uns alle gekreuzigten und auferstandenen Christus den Glauben in den bußfertigen Hörern zu wirken: eben so gewiß ist das Wesen und die Kraft dieses Evangelii durchaus unabhängig vom Glauben des Menschen. Denn so gewiß die Sonne die ganze Welt erleuchtet, wenn gleich alle Menschen die Augen schlössen, und so gewiß das Brod die nährende Kraft in sich selber hat, wenn es auch kein Mensch genösse, so gewiß ist durch das gepredigte Evangelium die ganze Welt thatsächlich absolvirt, auch wenn kein Mensch glaubte. „Denn wie durch Eines Sünde die Verdammniß über alle Menschen gekommen ist, also ist auch durch Eines Gerechtigkeit die Rechtfertigung des Lebens über alle Menschen gekommen, Röm. 5, 18. Gleichwohl ist zum Siebenten zu lehren, daß allein der, ordentlicher Weise lediglich durch die Predigt des Evangelii im Herzen des reumüthigen Hörers vom h. Geist angezündete Glaube den Inhalt dieses Evangelii, nämlich Christum und sein Verdienst und darin die Vergebung der Sünden oder die Gerechterklärung vor Gott ergreife, sich aneigne und festhalte, wider alles Fühlen des Zornes Gottes, wider die Anklage des Gewissens, wider den Fluch des Gesetzes, wider die Furcht des Todes und wider die Schrecknisse des Teufels und der Hölle. Denn durch solchen Glauben allein geschieht es, daß wie Christus, dem Heiligen, Unschuldigen und Gerechten im Gerichte Gottes die Schuld aller Sünden zugerechnet wurde, als habe er alle Sünde begangen, ja sei die Sünde selber, also dem Menschen, dem Unheiligen, Schuldigen und Ungerechten im Gerichte Gottes das Verdienst Christi dergestalt zugerechnet wird, als habe er nie eine Sünde begangen und eine Schuld über sich geführt und eine Strafe verwirkt. Und demgemäß kann