# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1861_S51 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Referat über die rechte Predigt der Lehre von der Rechtfertigung. 51 freiwilliges, stellvertretendes und genugthuendes Leiden und Sterben am Stamme des Kreuzes die Sündenschuld Adams und seiner Kinder vollkommen getilgt, den Zorn Gottes wider sie vollkommen gestillt und sie vom Fluch des Gesetzes vollkommen erlöset habe, da er ward ein Fluch für uns! Gal. 3, 13. Wer aber anders predigt und irgendwie eigenes Leiden und vermeintliches Büßen in dieses Büßen und Sühnen Christi als verdienstlich und genugthuend gegen Gott mit einmengt, als helfe es mit, Gott zu versöhnen, der verleugnet wiederum Gottes guten gnädigen Rath und Willen, und behauptet abermals wider das Evangelium, daß Gott in und durch Christum nicht die Welt versöhnt und Christus nicht die Versöhnung sei für der ganzen Welt Sünde. Zum Vierten ist zusammenfaßend zu bezeugen, daß Christus durch seinen allerheiligsten vollkommenen thätigen und leidenden Gehorsam die Rechtfertigung des Lebens allen Sündern erworben und verdient hat, und daß also kein Mensch durch eigenes Thun oder Leiden etwas dazu beitragen kann. Wer gleichwohl solches behaupte, der breche Christi vollkommenem Versöhnungs⸗ und Erlösungswerk und dem allgenugsamen vollgültigen Verdienst Christi schmählich und schändlich ab und mache sich selber zu seinem eigenen Christus. Zum Fünften ist zu predigen, daß wie Gott, als in seinem Gericht, alle Sünden des ganzen Menschengeschlechts am Stamme des Kreuzes Christi als Schuld zugerechnet und ihn gestraft habe, als sei er die Sünde selbst, nun auch wiederum in der Auferstehung Christi das ganze Menschengeschlecht von der Schuld und Strafe der Sünde absolvirt habe, so daß, als im Gericht Gottes, keine Schuld der Sünde an irgend einem Menschen hafte, sondern eitel Gerechtigkeit vor Gott vorhanden sei, 2. Cor. 5, 21. Denn das ist der Verstand des Spruches: Röm. 4, 25. „welcher ist um unserer Sünde willen dahingegeben und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket.“ Zum Sechsten ist zu lehren, daß Gott diese feste, gewisse, göttliche Thatsache der durch Christum erworbenen Gerechtigkeit und vollbrachten Versöhnung Gottes und der Erlösung des ganzen menschlichen Geschlechtes von dem Zorne Gottes, von dem Zwange und Fluche des Gesetzes, von der Schuld und Strafe der Sünde und in Folge deß auch von der Strafe und Herrschaft des Todes und von der Gewalt des Teufels, in das Evangelium gefasset und durch die h. Sacramente versiegelt habe, um dadurch Christum und sein Verdienst zur Vergebung der Sünden jedem Einzelnen persönlich zuzueignen. Ueber dieser Lehre von den von Gott geordneten Gnadenmitteln ist aber hart zu halten; denn es hat nun einmal Gott gefallen, Christum und sein Verdienst, gleich als den Edelstein in den goldenen Fingerreif, in das zunächst, von den Propheten und Aposteln gepredigte Evangelium zu fassen, so daß Niemand, ordentlicher Weise, ohne diese goldene Fassung des Ringes,