# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1861_S45 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Referat über die rechte Predigt der Lehre von der Rechtfertigung. 45 Gott und Mensch in einer Person ist, so ist die Lehre von der Person Christi das dritte Glied. 4. Diese Lehre führt aber zurück auf die vom dreieinigen Gott, da es unmöglich ist, vom Sohne Gottes zu handeln, ohne zugleich aus Gottes Wort das Verhältniß anzuzeigen, in dem er sowohl zum Vater als zum heiligen Geist stehe und wie jener die oberste bewirkende Ursache, Christus die verdienende und der heilige Geist die zueignende Ursache unsrer Versöhnung und Rechtfertigung sei. 5. Da aber die Ungerechten, die Sünder der Rechtfertigung bedürfen, so gehört hieher auch die Lehre von der Beschaffenheit der menschlichen Natur nach Adams Falle, oder die Lehre von der Erbsünde und diese wiederum ist nicht möglich wahrhaft zu erkennen ohne die Lehre des Gesetzes. Zu den vornehmsten Gliedern der christlichen Lehre, die nach vorwärts mit der Lehre von der Rechtfertigung gliedlich zusammenhangen, gehört 1. Die Lehre von der Kirche; denn die Kirche entsteht erst durch die Predigt des Evangeliums, sofern diese den Glauben an Christum in Wenigen oder Vielen anzündet, die dann durch den Glauben und heiligen Geist mit Christo geistlich vereinigt und Gliedmaßen seines geistlichen Leibes, die Gemeinde der Heiligen oder Gläubigen werden. So predigte zuerst der Sohn Gottes im Paradiese unsern ersten Eltern das erste Evangelium, das in ihnen den Glauben an ihn entzündete und die erste Kirche bildete, die dann allerdings Pfeiler und Grundveste der Wahrheit wurde und diese Predigt von Christo fortpflanzte und von Geschlecht zu Geschlecht eine Mutter der Gläubigen wurde. 2. Die Lehre von der Wiedergeburt; denn nur der ist von Neuem, und geistlich geboren, dem durch den Glauben an Christum die Sünden vergeben sind, und der um Christi willen im Gericht Gottes gerecht erklärt ist, und dem in Folge deß der heilige Geist auch gnadenreich, erleuchtend und belebend einwohnt, Gal. 3, 2. 3. Die Lehre von dem neuen Gehorsam und den guten Werken, oder von der Erneuerung und Heiligung. Denn so gewiß es ist, daß der Ungläubige, Unwiedergeborne, der faule Baum nirgendwann „wo und wie“ auch nur eine gute Frucht bringen kann: ebenso gewiß ist es, daß der Gläubige und Gerechtfertigte, der wiedergeborne Christenmensch, so weit er eben eine neue Creatur ist, immerdar gute Werke und Früchte des Geistes bringt nach Gal. 5, 22. als Zeichen und Zeugnisse des Glaubens vor Menschen, und als annäherndes Halten der heiligen zehn Gebote. Doch ist und bleibt solche stetige Erneuerung und Heiligung die aus der Rechtfertigung fließt, immer nur Stückwerk wegen des Widerstrebens des Fleisches und der verderbten Natur, Gal. 5, 17. Die Rechtfertigung aber ist das Ganzwerk des dreieinigen Gottes, und als solches der Ergänzung durch Werke des neuen Gehorsams von Seiten des Menschen weder bedürftig, noch fähig. 4. Die Lehre von der Auferstehung des Fleisches und vom ewigen Leben.