# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1861_S44 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 44 Referat über die rechte Predigt der Lehre von der Rechtfertigung. Zum Dritten, wie sie demgemäß gleichsam der summarische Begriff der himmlischen Lehre sei? I. Die Lehre von der Rechtfertigung besteht nun darin, daß aus Gottes Wort dargelegt werde, wie Gott, als durch einen richterlichen Akt, dem armen Sünder, der wahrhaft an Christum glaubt, allein aus Gnaden, um Christi Verdienstes willen, in seinem Gericht die Schuld der Sünde nicht zurechnet zur Verdammniß, sondern vielmehr Christi Gerechtigkeit zurechnet zur Vergebung der Sünden, Lossprechung von der Schuld und Gerechterklärung vor Ihm, zum ewigen Leben. Röm. 3, 25. 26. 28., 4, 6. Aus dieser Erklärung aber erhellet, daß in dem Handel der Rechtfertigung durchaus und schlechthin das Zuthun und Mitwirken aller Werke des Menschen ausgeschlossen ist und bleibt. Denn fände ein solches auch nur zum kleinsten Theile statt, so wäre in diesem Theile die Gnade aufgehoben und an ihre Statt des Menschen Werk gesetzt, wider Ephes. 2, 9. Und fände in diesem Handel des Menschen Verdienst irgendwo Raum, so wäre daselbst Christi Verdienst verdrängt und am Ende Christus nur zu einem Lückenbüßer und Nothhelfer heruntergedrückt. Es ist aber unmöglich, daß solches Misch⸗ und Flickwerk, das bei den Papisten und Schwärmern im Gang und Schwang ist, ein vom Gesetz zerschlagenes und erschrecktes Gewissen trösten und wider die Furcht des Todes, die Anklage des Satans und die Schrecknisse des Gerichts und der Hölle verwahren könnte. Denn dieses vermag allein die Gnade Gottes, das für alle Sünder vollkommen vollbrachte Versöhnungs⸗ und Erlösungswerk unsers HErrn Jesu Christi, das allein ins Evangelium gefasset ist und allein von dem durch das Gehör desselben angezündeten Glauben ergriffen, angeeignet und festgehalten wird. II. Was nun den Zusammenhang betrifft, in welchem die Lehre von der Rechtfertigung mit den vornehmsten Artikeln der christlichen Lehre rück⸗ und vorwärts stehet, so ist er folgender: 1. Das nächste Glied rückwärts ist die Lehre von den Gnadenmitteln und sonderlich von der Predigt des Evangelii; denn diese ist es, dadurch der heilige Geist den Glauben im Herzen des heilsbegierigen Sünders anzündet und die Vergebung der Sünden aus Gnaden schenkt. 2. Da aber der Inhalt des Evangelii Christi Verdienst, die von Christo vollkommen vollbrachte Versöhnung und Erlösung des menschlichen Geschlechts ist, so ist klar, daß die Lehre von diesem Werke Christi das andere Glied ist. Denn wie die Sonne zuvor da sein muß, damit die Menschen sehen, und die Speise zuvor da sein muß, damit die Menschen essen, so muß das Versöhnungs⸗ und Erlösungswerk Christi zuvor da sein, damit es darnach durch das Evangelium und mittelst des Glaubens dem Menschen zugeeignet und er gerechtfertigt werde. 3. Da aber dieses Werk nur von einem vollbracht werden konnte, der