# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1861_S40 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 40 Die biblische Schöpfungsgeschichte und die geologischen Erdbildungstheorien. Schriftsteller geredet haben getrieben von dem heiligen Geist, ihre Rede also von Gott geschenkte Wahrheit ist, bestätigt sich bei dem vor Gott Wandeln⸗ den dadurch, daß durch dieses Wort allein er aus der Nacht des Irrthums heraus in ein Licht der Erkenntniß eingeführt ist, in dessen Scheine er den Brunnquell der Wahrheit und Seligkeit, den lebendigen in ihm wirksamen Gott, gefunden hat; daß durch dieses Wort allein ein göttliches Leben in ihm erzeugt wird, das die Bürgschaft des Ewigen in sich trägt; daß alle Theile dieses Wortes, obwohl der Zeit der Offenbarung nach über Jahrtau⸗ sende zerstreut, doch nicht nur vollkommen unter sich übereinstimmen, sondern auch an derselben beseligenden Wirkung Antheil nehmen, den Menschen in der erkannten Wahrheit gewiß zu machen und in dem göttlichen Leben zu stärken. Von keiner menschlichen Theorie kann ähnliches behauptet werden; vielmehr gilt von ihnen durchweg das Wort: dies diem docet. Es ist darum auch dem Christen unmöglich anzunehmen, daß, wenn er sich dem deutlich aus⸗ gesprochenen Sinne des gnadenreichen Wortes des heiligen Geistes vertrauens⸗ voll hingibt, er möglicherweise dadurch in ein Gewebe des Irrthums hinein⸗ gerathen könnte. Als die Offenbarung des heiligen Geistes durch die christliche Kirche unter die Heiden gebracht wurde, bildete sich auch bald gleichsam ein Grenz⸗ land zwischen Heidenthum und Christenthum. Nicht alle von den nach Ein⸗ sicht strebenden Männern, welche der himmlischen Lehre ein williges Gehör gaben, erhoben sich zur Empfindung der Majestät des geoffenbarten Wortes und beugten sich in der Erkenntniß, es sei Weisheit, vermessene Fragen, welche heidnische Philosophie und Naturwissenschaft wohl aufwerfen, in Be⸗ zug auf welche die Offenbarung jedoch eine erhabene Zurückhaltung zeige, unbeantwortet zu lassen oder die Lösung in jener Welt zu erwarten. Viele konnten und wollten nicht begreifen, daß das Wort der Schrift nicht bloß einzelnes Wahre enthalte, sondern durchaus und ausschließlich göttliche Wahrheit verkündige. Aus den heidnischen Schulen hervorgegangen, dünkte ihnen das göttliche Wort nicht zu erhaben, daß es nicht gewinnen sollte, wenn es mit den Aussprüchen der Weltweisen, welche die Welt über die höchsten Dinge zu unterrichten unternommen hatten, in Uebereinstimmung gebracht würde, so gut das gehen wollte. So entstand der Gnosticismus, der, der Anmaßung heidnischer Philosophie gemäß, auch die höchsten, dem Men⸗ schen unerreichbaren Probleme zu lösen vorgab und unter der Bedingung, daß das Christenthum ihm die Verbindung seiner wilden Speculation mit der Lehre der Schrift erlaube, die Sprache der neuen Religion gebrauchte und ihre heiligen Bücher nach seiner Weisheit auslegte. Daß dieser Gno⸗ sticismus noch heute viele Catheder und Kanzeln innerhalb der christlichen Kirche einnimmt, ist bekannt. Von den Gnostikern sind zwar wohl zu unterscheiden diejenigen, welchen die Weisheit der Welt so imponirt, daß sie in der That wider das göttliche Verbot „Stroh mit Weizen reimen,“ aber der Majestät des göttlichen Wortes dabei keinen Abbruch zu thun begehren. Es liegt jedoch die Gefahr sehr