# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1861_S37 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Theologische Axiome. 37 11. Non propter fidem, sed per fidem ad aeternam salutem eligimur. Nicht wegen des Glaubens, sondern durch den Glauben werden wir zur ewigen Seligkeit erwählt. 12. Deus elegit quidem tantum eos, qui credunt, sed non quia credunt. Gott hat zwar nur diejenigen erwählt, welche glauben, aber nicht weil sie glauben. 13. "Nullis hominum meritis, nulla humani generis dignitate, quin nec praevisione bonorum operum vel fidei motus est Deus, ut quosdam ad vitam aeternam eligeret, sed soli indebitae et immensae ipsius gratiae in⸗ solidum hoc asscribendum." Gott ist durch keine Verdienste der Menschen, durch keine Würdigkeit des menschlichen Geschlechts, ja, auch nicht durch das Vorhersehen der guten Werke oder des Glaubens bewogen worden, Einige zum ewigen Leben zu erwählen, sondern dies ist allein seiner unverdienten und unermeßlichen Gnade lediglich zuzuschreiben. 14. Electi non finaliter quidem, sed totaliter tamen fidem amittere possunt. Die Auserwählten können zwar den Glauben nicht bis ans Ende, aber doch völlig verlieren. 15. "Electi in faciem, reprobi retrorsum cadunt." Die Auserwählten fallen vorwärts, die Verworfenen rückwärts. 16. "Non quaeruntur in christianis initia, sed finis." An den Christen sucht man nicht den Anfang, sondern das Ende. 17. "Deus vasa irae non facit, sed invenit; vasa gratiae non invenit, sed facit." Gott macht die Gefäße des Zornes nicht, sondern findet sie; er findet die Gefäße der Gnade nicht, sondern macht sie. 18. Deus trahit, sed per rete verbi. Gott zieht, aber durch das Netz des Wortes. 19. Tua quod nihil refert, percontari desinas. Forsche nicht, was dir nicht befohlen ist. 20. Quae doctrina solatium vertit in absinthium, illa non est a Deo. Die Lehre, welche den Trost in Wermuth verkehrt, ist nicht von Gott. 21. Dei voluntatem, qua serio omnium conversionem et salutem ex⸗ petit, Scriptura verbis, Christus lacrymis, Deus ipse juramento testatam fecit. Den Willen Gottes, nach welchem er ernstlich Aller Bekehrung und Seligkeit begehrt, hat die Schrift mit Worten, Christus mit Thränen, Gott selbst mit einem Eidschwur bezeugt. IX. Von dem göttlichen Ebenbild im Stande der Unschuld. 1. Homo in puris naturalibus non datur, nisi fictione mentis. Ein Mensch, der weder gut noch böse ist, ist kein Geschöpf, sondern ein Hirngespinst.