# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1847 11 16_S54 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) daß man, wo möglich, darauf hinarbeiten müſſe, daß ſolche mehr und mehr unterbleiben. Mit nicht geringer Freude ſprach die Conferenz davon, daß durch Gottes Gnade es ſobald dahin gekommen, daß der lutheriſchen Kirche hieſigen Landes ein neues rechtgläubiges Kirchen⸗Geſang⸗ buch dargeboten iſt, in welchem weder der Sauer⸗ teig der falſchen Lehre, noch der moderne Unglaube zu finden, ſondern vielmehr der Kirche ihr lang geraubtes Gut in den unveränderten Liedern Lu⸗ thers und anderer rechtgläubiger Lehrer wieder gegeben iſt. Die Glieder der Conferenz ſprachen den herzlichen Wunſch aus, daß es ihnen möglich werden möchte, dieſen Schatz recht bald in den Händen ihrer Gemeinden zu ſehen, wozu ſie an ihrem Theile beitragen wollen, was ſie können. Auch der Miſſion unter den Heiden wurde ge⸗ dacht. Es wurde der Beſchluß gefaßt: daß die Conferenzmitglieder, ſo oft es thunlich ſein wird, in ihren Gemeinden Miſſionsſtunden abhalten wollen, um die Sache der Miſſion mehr und mehr zur Kenntniß zu bringen und etwaige Gaben an die lutheriſche Miſſion unter den Indianern am Fluſſe Cass gelangen zu laſſen. Zuletzt wurde Paſtor Schneider von der Conferenz wegen des Verlaſſens ſeiner Gemeinden bei Marion zur Verantwortung gezogen. Nach genauer Erforſchung der Sache konnte die Con⸗ ferenz nicht anders urtheilen, als daß Paſtor Schneider im höchſten Grade unrecht gehandelt habe. Die Conferenz ſcheut ſich nicht, ſolches Urtheil auch vor der Oeffentlichkeit auszuſprechen; ja, ſie achtet es vielmehr für ihre Pflicht. Sie danken aber auch Gott dafür, daß Paſtor Schnei⸗ der ſelbſt mit dieſem Urtheil ſtimmte und ſein Un⸗ recht und ſeine Uebereilung bekannte. Der HErr verleihe uns Allen rechte Geduld und Weisheit, daß wir unſere Gemeinden in Seiner Furcht leiten und vor allen verkehrten Wegen bewahrt bleiben! Amen. A. Ernſt. „An ihren Früchten ſollt ihr ſie erkennen.“ Den Leſern wird noch aus dem 3. Jahrgang des Lutheraner erinnerlich ſein, daß Herr Dr. Naſt uns vor einiger Zeit zu einem Zweikampfe mit ihm herausgefordert habe, in der Weiſe, daß wir einen von ihm durch den Apologeten publi⸗ cirten Aufſatz in den Lutheraner aufnehmen ſoll⸗ ten, wogegen er ſich verpflichtete, unſere Wider⸗ legung desſelben in ſeinen Apologeten aufzuneh⸗ men. Er hatte ſich dabei folgendermaßen aus⸗ gedrückt: „Sich wohl bewußt, daß er (der Lutheraner) nichts gegen die von uns aus der heiligen Schrift ſelbſt, und einzig und allein aus derſelben ge— ſchöpfte Erklärung des heiligen Abendmahls vor⸗ bringen konnte, nennt er dieſelbe kurzweg ein ee⸗ res Geſchwätz', ohne es wagen zu dürfen, ſeinen Leſern mit Anführung auch nur Eines unſerer Beweisgründe anzudeuten und nachzuweiſen, wor⸗ in ‚das leere Geſchwätz der Methodiſten über das heilige Abendmahl' beſtehe. Pfui! welche ſchmäh⸗ liche Feigheit eines ſo gelehrten Paſtors, weiland 5⁴ Leipziger Studiosi theologiae, gegen unſtudirte, unwiſſende, ſchwärmeriſche Laien“, wie die Me⸗ thodiſten! Oder legen wir hiermit dem Still⸗ ſchweigen des Herrn Paſtor Walther das unrechte Motiv unter? Wohlan! er kann ſich rechtfertigen von der Beſchuldigung. Wenn er unſer „leeres Geſchwätz“ über das heilige Abendmahl den Leſern des Lutheraner vorlegen will, ſo wollen wir den unſrigen ſeine Widerlegung, welche ebenſo viel Raum einnehmen ſoll, geben. Wenn ihm irgend etwas an der Rettung der armen, verblendeten Methodiſten und der übrigen Leſer des Apologeten gelegen iſt ſo wird er dieſen Vorſchlag annehmen. Wo nicht, ſo kann jeder Unpartheiiſche ſehen, daß ihm wenig um die Verbreitung der ſeligmachen⸗ den Wahrheit zu thun, oder daß ſein Glaube nicht auf den ewigen Grund der göttlichen Wahr⸗ heit, ſondern auf blos menſchliche Authorität und Tradition geſtützt iſt. Der frühere Herausgeber des ſogenannten „Wahrheitsfreundes“, jetzt Bi⸗ ſchof von Milwaukee, verwarf einen ſolchen Vor⸗ ſchlag des Apologeten; ja es fällt uns eben bei, daß wir denſelben Vorſchlag vergeblich dem Herrn Doctor Sihler hinſichtlich der Lehre von der Abſo— lution machten.“) Und ſo wird auch wohl der Herr Paſtor Walther bei dieſer Gelegenheit ſeine Schande und Blöße zeigen. Aber leider! die Leſer des Lutheraner bleiben im Nebel, der Apo⸗ loget mag ſchreiben was er will.“ ꝛc. Siehe: Apologet, No. 446.) Die lieben Leſer erſehen aus dem Vorſtehenden, daß unſer Herr Doctor, als er ſelbiges nieder⸗ ſchrieb, von der ſüßen Hoffnung wahrhaft trunken war, wir würden uns unmöglich überwinden kön⸗ nen, ſeine ebenſo gottloſen, als heuchleriſch an⸗ dächtelnden Verdrehungen des heiligen Wortes Gottes unſeren theuren, mitunter ſchwachen Brü⸗ dern vorzulegen, und unſern „Lutheraner“ damit zu verunzieren. Darum fordert uns der Herr Doctor mit einem wahren Goliathsmaul zu einem öffentlichen Zweikampfe heraus. Als wir obige Worte das erſte Mal laſen, dran⸗ gen ſich ſchon ähnliche Gedanken in uns auf. Wir unterdrückten ſie jedoch und beſchloſſen ſogleich, die Herausforderung anzunehmen, in der Hoff⸗ nung, der Herr Doctor werde bald von ſeinem Rauſche nüchtern werden, uns wegen der Unter⸗ legung ſchimpflicher „Motiven“, von denen wir bei unſerm Schweigen geleitet worden ſeien, um Verzeihung bitten, und natürlich ſein Verſprechen halten. Wir wurden zwar von andern, welche den Charakter echter Methodiſten genauer kennen, gewarnt, dem Herrn Dr. Naſt ja nicht zu trauen. Man machte uns darauf aufmerkſam, jene Auf⸗ forderung ſei nichts als eine Falle, in die uns jener ſchlaue Herr nur locken wolle; würden wir in gutem Glauben den Aufſatz desſelben im Lu⸗ theraner publicirt haben, ſo werde Herr Naſt ſich heimlich über unſere dumme Gutmüthigkeit ins Fäuſtchen lachen, öffentlich aber mit der un⸗ Der Herr Dr. Naſt verſchweigt hier wohlweislich, daß erſtlich dem Herrn Dr. Sihler damals gar kein Blatt zu ſeiner Verfügung ſtand, und zweitens, daß ſich derſelbe zu einer mündlichen Disputation bereit erklärt hat, die aber von methodiſtiſcher Seite damals auch wohlweislich ausgeſchlagen worden iſt. ſchuldigſten Miene von der Welt die Gründe aus⸗ einander ſetzen, warum er unter den obwaltenden Umſtänden ſein Verſprechen zurückzunehmen ge⸗ zwungen ſei. Man wies uns auf die Clauſel hin, welche Herr Naſt nur ſcheinbar unverfänglich habe einfließen laſſen: „Welche ebenſo viel Raum einnehmen ſoll.“ Hier, rief man uns zu, hier ſteckt's. Herr Naſt weiß recht wohl, daß er mit wenig Worten eine Maſſe confuſer Behauptungen hinſchütten konnte, die natürlich mit ebenſo wenig Worten nur verneint, aber nur mit mancher⸗ lei Auseinanderſetzungen widerlegt werden können. Wir geſtehen, daß uns dieſe Winke allerdings anfangs etwas ſtutzig machten. Doch, obwohl wir ſchon manche betrübte Erfahrung von der Unredlichkeit der Stimmführer unter den Metho⸗ diſten gemacht haben und unſer erſt nicht geringes Zutrauen zu denſelben von Jahr zu Jahr ſtufen⸗ weiſe geſunken war, ſo konnten wir doch nicht glauben, daß ſelbige ſo infamirender Streiche fähig ſeien. Wir machten uns daher, weil wir es der Ehre Gottes ſchuldig zu ſein glaubten und aus Liebe zu den verführten redlichen Seelen un⸗ ter den Methodiſten, an die wahrlich! höchſt un⸗ erquickliche Arbeit, den ebenſo magern als ver⸗ worrenen Aufſatz Herrn Naſis zu ſeciren, und zu zeigen, wie unter dem Bombaſte ſeiner Rede we⸗ niger denn nichts enthalten ſei. Wir ſcheuten keine Mühe, zu entdecken, wo in den ſeinſollen⸗ den Beweisführungen eigentlich der nervus pro- bandi (die Beweiskraft) ſtehen ſolle, und der Leſer wird geſtehen, daß wir Herrn Naſis ſein⸗ ſollende Beweiſe nicht vor den Augen der Leſer verhüllt, ſondern vielmehr erſt ſo herausſtaffirt haben, daß ſie ſich doch einigermaßen vor vernünf- tigen Leuten ſehen laſſen könnten. Wir haben auch alles Mögliche gethan, um Herrn Naſt eine zu große Beſchämung zu erſparen. Wir dachten nicht ſo unedel, die uns gegebene Gelegenheit, einen Aufſatz in den Apologeten zu bringen, zu mißbrauchen. Wir hielten es für eines Chriſten allein würdig, wenn wir gerade bei dieſer Ge⸗ legenheit den Redacteur jenes Blattes trotz ſeiner ungeſchlachten Angriffe mit aller nur möglichen Schonung behandelten. Und daß wir dies wirk⸗ lich gethan haben, des müſſen ſelbſt unſere Feinde Zeugniß geben. Wir waren uns übrigens wohl bewußt, daß wir Herrn Dr. Naſt nicht zwingen konnten, unſere Widerlegung ganz in ſeinen Apologeten aufzunehmen, und ſo wenig wir ihm die Willigkeit hierzu zutrauten, ſo haben wir doch keinen Augenblick daran gezweifelt, er werde, wenn nicht die ganze erſte ihn zunächſt an⸗ gehende Hälfte, doch ſo viel von unſerm Aufſatze aufnehmen, als wir von dem ſeinigen in den Lutheraner aufgenommen hatten. So viel, meinten wir, werde er gewiß thun, um, wenn er auch die Schande vor Menſchen, widerlegt zu ſein, vor den Augen aller prüfungsfähigen Leſer auf ſich nehmen müſſe, doch der Schande vor Gott, ein offenbarer Betrüger zu ſein, zu ent⸗ gehen. Wir dachten, ſollte Herr Dr. Naſt auch nicht ein Wort mehr einrücken, denn wir, ſo müß⸗ ten wir ſchweigen, denn unſer Gegner habe dann