# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1861_S30 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 30 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Landes englischer Abstammung entfremdet und entzogen. Sie hat in den letzten Jahren fast allein gestanden. Die Vorurtheile, welche gegen unsere Kirche herrschen, sind, als sei sie todt an Geist, kraftlos in ihren Missionsbestrebungen, nachlässig in ihrer Zucht und unrefor⸗ mirt in ihrer Lehre.“ Der „Observer.“ — Dies Blatt, welches vor allen andern in der Generalsynode der Entschiedenheit im Bekenntniß entgegentritt und einem in der Lehre indifferenten metho⸗ distischen Pietismus das Wort redet, muß es erleben, daß es von seiner eigenen Parthei des⸗ avouirt wird. Nach dem Missionary hat die Susquehanna Conferenz, welche zur Oestlichen Pennsylvania Synode gehört, beschlossen, „daß die ev.⸗luth. Kirche dieses Landes ein den Bedürfnissen der „„amerikanischen“ lutherischen Kirche entsprechendes kirchliches Blatt be⸗ darf und haben muß,““ und „„daß die Zeit nun gekommen ist, da diejenigen, welchen leben⸗ dige Frömmigkeit und ein gesundes Glaubensleben am Herzen liegen,“ wie Ein Mann zur Gründung eines neuen Blattes zusammenwirken sollten. Damit hängt wohl zusammen, daß der bisherige Eigenthümer des Observer sein Interesse an dieser Zeitschrift an die Pa⸗ storen Stork und Diehl verkauft hat. Das hätte der Observer sicherlich nimmer gedacht, daß dasselbe Geschrei von „lebendiger Frömmigkeit“, womit er andre niederzuschreien suchte, auch noch gegen ihn erhoben werden würde, und zwar von seiner eigenen Parthei! S. Aus dem Süden. Die Reform. K.-Z. von Chambersburg, Pa., berichtet in der Nummer vom 15. Dec. v. J.: „Die presbyterianische Synode in Süd-Carolina (Old School) hat sich bei ihrer letzthin abgehaltenen Versammlung über die Trennungsfrage des Staats dahin ausgesprochen, daß kein Grund vorhanden sei, warum die Synode sich von der General-Assembly trennen sollte. Dieser Beschluß wurde einstimmig angenommen.“ Was das Urtheil jener Synode über die politische (bereits ausgesprochene) Trennung Süd- Carolina's von den Vereinigten Staaten betrifft, so erklärte dieselbe nach einem Bericht des Missionary vom 20. Dec.: „Es handelt sich hier um eine Pflicht gegen Gott, der uns un⸗ sere Rechte gab — um eine Pflicht gegen unsere Vorfahren, deren Blut und Leiden sie uns verschafft haben — um eine Pflicht gegen unsere Kinder, deren kostbares Erbe wir nicht ver⸗ schleudern oder entehren dürfen — und um eine Pflicht selbst gegen unsere Sclaven, welche Menschen, die dieselben nicht kennen, noch für sie sorgen, wie wir, aus unserem Schutze neh⸗ men würden. Die Synode nimmt daher keinen Anstand, den Glauben auszudrücken, daß das Volk von Süd-Carolina jetzt feierlich berufen ist, seine Vorväter aus der Revolutionszeit nachzuahmen und auf seinen Rechten zu bestehen. Wir leben der demüthigen und zuversicht⸗ lichen Hoffnung, daß Gott, dessen Wahrheiten wir in diesem Conflict repräsentiren, mit uns sein werde, und indem wir unsere Kirchen und unser Volk ermahnen, ihre Zuversicht auf Gott zu setzen und voran zu gehen auf dem ernsten Pfad der Pflicht, den Seine Vorsehung vor ihnen öffnet, wollen wir, Prediger und Aelteste der Presbyterianer-Kirche in Süd-Carolina, als Synode versammelt, ihnen unseren Segen geben und die Zusicherung, daß wir brünstig und unablässig für sie die Fürsorge und den Schutz des allmächtigen Gottes erflehen werden.“ Ueber Dr. Schaff's Gesangbuch — so berichtet die Reform. K.-Z. — sprach sich eine von der Lancaster (Ohio)-Classis ernannte Committee im Ganzen günstig aus, „meinte aber doch, die Auswahl der Lieder sei nicht so mannigfaltig, als gewünscht werden könnte, und trage keinen besonders reformirten Character an sich. Während sie es aber dennoch der Classis herzlich anempfiehlt, spricht sie den Wunsch aus, daß es wenigstens den richtigen kirchlichen Titel an der Stirn tragen möchte.“ (Der Titel ist nehmlich: „Deutsches Gesangbuch.“ Wir meinen, das ist der richtigste Titel, den es tragen könnte; denn ein Gesangbuch ist's, deutsch auch; aber weder reformirt, noch lutherisch u. s. w. Oder wird das Gesangbuch etwa durch einen Reformirten Titel plötzlich Reformirt?) II. Ausland. Zeichen der Zeit. Das Dresdener Journal vom 6. Nov. v. J. schreibt: Die in Erfurt am 20. und 22. Aug. v. J. stattgehabte Versammlung von Katholiken und Prote⸗ stanten unter den Auspizien des Grafen von Stolberg und des Professors Dr. Leo macht hier immer noch viel von sich reden und ist durch einen Artikel im offiziellen Journal des röm. Stuhls in ein neues interessantes Stadium getreten. Jenes päbstliche Regierungsblatt, welches die amtlichen Artikel bringt und in der Druckerei der „hochwürdigen apostol. Kam⸗ mer“ gedruckt wird, hat in der Nummer vom 20. Oct. v. J. über jene Zusammenkunft Be⸗ richt erstattet. Es heißt in demselben: Eine große Zahl protestantischer und katholischer Theologen und Laien habe sich im August d. J. zu Erfurt versammelt, um eine Massenbe⸗ kehrung zum Katholizismus aus den Protestanten vorzubereiten, welche noch einen Faden des Glaubens festhielten und die christlichen Principien nur in der römisch⸗katholischen Reli⸗ gion fänden. — Besonders rühmlich erwähnt wird dabei der Prof. Dr. Leo, von welchem es heißt, daß die Leser diesen berühmten Mann durch den vortrefflichen Artikel kennen würden, welchen er zu Gunsten des Pabstes geschrieben habe. Inzwischen — sagt jenes Blatt weiter — fahre die protestantische Presse und die, welche zum sogenannten positiven Protestan⸗ tismus gehören, als welcher sich noch nicht in den Skeptizismus geworfen und noch immer