# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1861_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 24 Litteratur. thümern ihnen als rechtlosen Besitzern abzunehmen und für uns zu verwenden. Denn gleichwie das Volk Israel bei den Egyptern nicht bloß Götzen und schwere Lasten fand, die es verwünschte und floh, sondern auch goldene und silberne Gefäße und Schmuck und Kleider, welche jenes Volk bei seinen Auszuge aus Egypten nicht aus eigener Machtvollkommenheit, sondern aus göttlichem Befehle, vielmehr für sich, als zu besserer Benützung, heimlich in Besitz nahm, als die Egypter selbst, ohne dies zu wissen, ihnen das darreichten, wovon sie den rechten Gebrauch nicht machten: so enthalten sämmtliche Lehrsysteme der Heiden nicht bloß leeren Schein und abergläubische Erdichtung und die Lasten unnützer Arbeit, die jeder von uns, der unter Christi Anführung aus der Gemeinschaft der Heiden auszieht, verabscheuen und meiden soll; sondern auch edle, der Verwendung im Dienste der Wahrheit fähigere Wissenschaften und einige höchst nützliche sittliche Regeln; auch wird selbst einiges Wahre in Betreff des Dienstes des Einen Gottes bei ihnen gefunden. Dies ist nun ihr Gold und Silber, das sie nicht selbst geschaffen, sondern gleichsam aus einigen Schachten der göttlichen Vorsehung, die in allen Dingen wirksam vorhanden ist, ausgegraben haben und wider Wahrheit und Recht zum Dienste der Dämonen mißbrauchen, das der Christ, wenn er im Geiste von der verworfenen Gemeinschaft dieser sich trennt, von ihnen mitnehmen soll zu rechtmäßiger Benützung im Dienste der Predigt des Evangeliums. Auch ihre Kleider, d. i. zwar Menschenwerk, jedoch der menschlichen Gesellschaft, die wir in diesem Leben nicht entbehren können, schicklich und angemessen, mag man annehmen und behalten, als Dinge, die im Dienste Christi verwendet werden sollen. Denn was haben viele vortreffliche und gläubige Männer unter uns anderes gethan? Sehen wir es nicht vor Augen mit welcher Masse des Goldes und Silbers und der Kleidung bepackt aus Egypten auszogen Cyprianus, der liebliche, anmuthige Lehrer und selige Märtyrer, Lactantius, Victorinus, Optatus, Hilarius, der noch Lebenden nicht zu gedenken? Ebenso unzählige Griechen? Was auch vor ihnen schon Moses gethan hatte, der treue Knecht Gottes, von dem geschrieben steht: Er ward gelehrt in aller Weisheit der Egypter. Keinem dieser Männer hätte je der abgöttische Zeitgeist, am wenigsten in den Zeiten, da er das Joch Christi zurückweisend die Christen verfolgte, die werthvollen Wissenschaften, die er besaß, zur Benützung dargereicht, hätte er vermuthet, sie würden im Dienste des wahren Gottes, durch welchen der eitle Dienst der Götzen ausgerottet wurde, gebraucht werden. Sie aber gaben ihr Gold, ihr Silber, ihre Kleider dem aus Egypten ausziehenden Volke Gottes ohne zu wissen, daß das, was sie gaben, in den Gehorsam Christi übergehen werde.“ Schließlich bemerken wir, daß demjenigen, welcher den Schatz der Erkenntniß, den die Kirchenlehrer in ihren Werken niedergelegt haben, sich vollständig aneignen will, das Verständniß der philosophischen Begriffe unerläßlich ist, welcher sich diese in der Weisheit der Welt wohlbewanderten Männer behufs der Klarheit und Kürze häufig bedient haben. Hiezu bietet Fleming's Wörterbuch eine sehr brauchbare Hülfe, da es nicht vom Stand-