# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1861_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zur Union. 17 Staats und der Kirche, oder sich bedrückt zu fühlen von der Hand ihres liebevollen und erleuchteten Beichtvaters, wenn solcher das Brod für sie bricht und gebrochen darreicht ꝛc. ꝛc. — wenn nur die Geistlichen selbst nicht dagegen eingenommen wären und die Scheu der Nichtannahme der zeitgemäßen Neuerungen auf ihre Gemeinden zu bringen wüßten. — Alle Spannungen und Trennungen in der Kirche gingen doch von je und je von dem Clerus aus und nicht von den Gemeinden. Billig muß daher auch die Wiedervereinigung der Kirchen in der una forma et norma von den Geistlichen allein bewirkt und erwartet werden. — Aber hinc illae lacrymae. Ich bin in der Mittheilung meiner Ansicht weiter gegangen, als Sie es von mir gefordert haben, doch rechne ich auf Ihre gütige Nachsicht. Das Brod dessen wir von Anfang des neuen Ritus an uns bedient haben, welches ich in Regenwalde von einem bestimmten Bäcker backen lasse, und welches auch unsre Prediger aus anderen Synoden von ihm nehmen, besteht in ganz dünnen gemangelten Blättern, in acht, zehn bis zwölf solcher Quadratstücken, wovon ich eins beilege. Diese Stücke hängen aneinander, sind aber von dem Bäcker so durchs Messer abgetheilt, daß die Fugen leicht zerbrechen. — Solche Blätter haben wir auf der Patene liegen und brechen sie, indem wir sie austheilen wollen: vormals dabei die Worte sprechend: Unser Herr Christus nahm das Brod ꝛc. ꝛc. Zur ersten Einführung des neuen Ritus waren diese Worte sehr passend, weil sie den Brod brechenden Christus so recht vor Augen stellten und jeden daran erinnerten, oder ihm fühlbar machten: so muß es recht sein! — Jetzt seit der Einführung der neuen Agende, folgen wir ganz ihrer Vorschrift, brechen das Brod stillschweigend und theilen es von der Patene aus und werden bei dieser Weise auch bei diesem Brode bleiben, so lange als bis etwa einmal etwas Allgemeines hierüber bestimmt werden wird. Das schlesische Consistorium schlägt zum Abendmahlsbrode Platten von derselben Masse vor, aus welcher die Oblaten gefertigt werden. Der Vorschlag ist gewiß gut! Die gewöhnliche Semmel gefällt mir nicht. Wie es scheint, mein sehr hochgeschätzter Seelenbruder, so sind Ihre Synodalen sämmtlich für den neuen Ritus im Abendmahl gestimmt; oder doch gewiß leicht dafür zu stimmen. Ist das der Fall, so würde ich rathen, daß. Sie alle bei Ihrem Convente nach dem neuen Ritus öffentlich in der Kirche communicirten, ohne darüber öffentlich ein Wort zu sagen, als wenn dies gar nicht anders sein könne. Sind Sie unter Sich Confessionarien, so würde ich ferner vorschlagen, daß ein Jeder von Ihnen bald darauf mit seiner Gemeinde und mit seiner Familie das heil. Abendmahl in der neuen Gestalt empfinge von seinem Confessionar, gleichfalls mit der Miene der Gleichgültigkeit gegen das Brod selbst, ob es so oder so gestaltet sei, und als ob die Sache gar nicht werth sei, davon vorher oder nachher noch etwas zu reden. — Mit der größten Kaltblütigkeit und Gleichgültigkeit den Fragenden oder Protestirenden unter den Laien zu bescheiden, würde ich jedem Prediger besonders dringend empfehlen. „Die Sache