# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1861_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zur Union. 15 1. Der Brief ist vom 14. October 1824 (bei Wangemann, I. Bd. p. 109) und lautet so: „Hochgeschätzter Herr Amtsbruder! Sie beehren mich mit dem Verlangen (unter dem 8. October c.), Ihnen Auskunft zu geben, wie ich in der mir anvertrauten Regenwalder Synode die allgemeine Einführung des Unionsritus ꝛc. an meinem Theil bewirkt habe? — Im Herzen ganz eingenommen für die Sache, vor den Augen der Gemeinde aber dem Scheine nach ganz gleichgültig dagegen, so habe ich operirt; — so haben auch meine Synodalen bei ihrem ernsten guten Willen jene Klugheitsregel beobachtet. So viel als Einleitung. Seit dem Reform.-Jubil. waren die Gemeinden durch die öffentlichen Katechisationen darauf vorbereitet worden, daß die evangelische Kirche und an der Spitze ihr oberster Bischof, der König, damit umgingen, die ursprüngliche Form bei der Austheilung des heil. Abendmahls ganz nach den Worten der heil. Schrift einzuführen, da es bisher, ländlich sittlich! verschieden ausgetheilt worden sei, anders in der deutsch⸗evangelischen, anders in der schweizerisch⸗evangelischen, anders in der französisch⸗evangelischen Kirche, daher denn auch die Kirchen die verschiedenen Namen gehabt hätten, welche nunmehr wie billig endlich einmal aufhören sollten. Dieses Vorhaben sei vernünftig und also auch christlich und angenehm vor Gott. ꝛc. ꝛc. — In dieser Art geschah die Vorbereitung der Gemeinde. Da wir Prediger der Synode jedesmal bei unseren Conventen zu communiciren uns vorgenommen haben, so thaten wir solches zum ersten Mal gegen das Ende des Jahres 1818, und zwar nach dem neuen Ritus. Und das war der erste sichere und wichtigste Schritt. Zu Weihnachten 1818 wurde ich von Stramehl nach Regenwalde versetzt; und ich hielt hier meine erste Predigt und das erste Abendmahl nach dem neuen Ritus, ohne irgend einen von der Gemeinde zu Rathe gezogen zu haben. — Denn Freudigkeit im Vertrauen auf meine gerechte Sache gab mir auch diejenige Unbefangenheit, welche durchaus nöthig ist, um alle Seelen sogleich für die Sache einzunehmen und die schwachen zweifelnden Gemüther in sich selbst zu beruhigen. Gleich darauf introduzirte ich meinen Nachfolger in Stramehl. Er selbst communicirte mit der Gemeinde, die elf Jahre mein Eigenthum gewesen war. Hier war es ein Leichtes, das Brod zu brechen und es konnte Niemanden einfallen, aus der Annahme dieses Brodes sich ein Gewissen zu machen, da der alte Seelsorger es reichte, und der neue zuerst mit dem Zeichen eines herzlichen Verlangens es annahm. — Diese Beispiele wirkten auf die anderen Synodalen dergestalt, daß sie ohne alle Frage und ohne alles Bedenken in ihren Gemeinden das Brod brachen. — Nur zwei hochbejahrte Prediger in der Synode nehmen noch damit Anstand, doch ohne dagegen zu sein! — Sie selbst theilten die Oblate nach wie vor ihren Gemeinden aus, communicirten aber selbst jährlich mit den anderen Brüdern nach dem neuen Ritus, und ich sorgte dafür, daß die Gemeinden es