# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1861_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Theologische Axiome. 11 21. Sensus mysticus, id est, allegoricus, typicus vel parabolicus, vel literalis est, vel nullus. Der (angebliche) mystische Sinn (das ist, der allegorische, typische oder parabolische) ist entweder der buchstäbliche oder er ist gar kein Sinn der Schriftworte. 22. Sensus allegoricus, typicus et parabolicus non est argumentativus, nisi innatus sive ab ipso Spiritu S. revelatus. Der allegorische, typische und parabolische Sinn ist nicht beweiskräftig, es sei denn, daß der heilige Geist selbst ihn offenbart hat. 23. Πᾶν ὅμοιον ἀνόμοιον. Alles Aehnliche ist einander unähnlich. 24. Simile non est extendendum ultra scopum et tertium comparationis. Ein Gleichniß ist nicht über seinen Zweck und Vergleichungspunct auszudehnen. 25. Cave, ne inferas sensum, effer. Hüte dich, den Sinn nicht hinein zu tragen, hole ihn heraus. 26. In scripturae explicatione non sufficit, qui sensus esse possit, docere, sed qui indubitato esse debeat. In Auslegung der Schrift ist es nicht genug, zu lehren, welches der Sinn sein könne, sondern, welches der Sinn ohne Zweifel sein müsse. 27. Obscuriora et pauciora explicanda sunt ex clarioribus et pluribus. Das Dunklere und Wenigere ist aus dem Helleren und Mehreren zu erklären. 28. Inhaerendum est in his, quae in scriptura sunt apertissima et ex his revelentur obscura. An dem muß man haften, was in der Schrift ohne alle Dunkelheit ist und daraus das Dunkle enthüllen. 29. "Nihil ferme de obscuritatibus istis eruitur, quod non planissime dictum alibi reperitur." Nicht leicht wird etwas aus dunklen Stellen ans Licht gezogen, was nicht an anderen Stellen mit ganz klaren Worten offenbart gefunden würde. 30. „Das ist wohl wahr, etliche Sprüche der Schrift sind dunkel; aber in denselben ist nichts anders, denn eben, was an andern Orten in den klaren offnen Sprüchen ist.“ 31. „Seid nur gewiß, ohne Zweifel, daß nichts Helleres ist, denn die Sonne, das ist, die Schrift; ist aber eine Wolke dafür getreten, so ist doch nichts anders dahinten, denn dieselbe helle Sonne. Also, ist ein dunkler Spruch in der Schrift, so zweifelt nur nicht, es ist gewiß dieselbe Wahrheit dahinten, die am andern Orte klar ist, und wer das Dunkele nicht verstehen kann, der bleibe bei dem Lichten.“ 32. „Da kommen Ketzer her, daß sie die dunkeln Sprüche fassen nach ihrem eigenen Verstande, und fechten damit wider die klaren Sprüche und Grund des Glaubens.“