# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1861_S10 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 10 Theologische Axiome. 7. Solus sensus literalis est argumentativus. Allein der buchstäbliche Sinn ist beweiskräftig. 8. Sensus literae non temere est deserendus. Der Sinn des Buchstabens ist ohne zwingenden Grund nicht zu verlassen. 9. Scriptura semet ipsam explicat. Die Schrift legt sich selbst aus. 10. Sensus literae est deserendus, ubi clarior parallelismus tropicam explicationem requirit. Der Sinn des Buchstabens ist zu verlassen, wo eine klarere Parallelstelle die Annahme eines uneigentlichen Sinnes erfordert. 11. Omnis explicatio Scripturae S. fidei debet esse analoga. Jede Schriftauslegung muß dem Glauben ähnlich sein. 12. Sensus literae est deserendus, ubi analogia fidei tropicam explicationem requirit. Der Sinn des Buchstabens ist zu verlassen, wo die Analogie des Glaubens die Annahme eines uneigentlichen Sinnes erfordert. 13. Οὐδεμία γραφὴ τῇ ἑτέρᾳ ἐστὶν ἐναντία. Keine Schriftstelle widerspricht der anderen. 14. Sensus literae est deserendus, ubi evidentia rei tropicam explicationem requirit. Der Sinn des Buchstabens ist zu verlassen, wo die Natur der Sache die Annahme eines uneigentlichen Sinnes erfordert. 15. Distingue tempora, et concordabit scriptura. Unterscheide die Zeiten, und du wirst sehen, daß in der Schrift kein Widerspruch ist. 16. Omnis fidei articulus in Scriptura S. alicubi propriis et perspicuis verbis est expositus. Jeder Glaubensartikel ist in der Schrift irgendwo mit eigentlichen und deutlichen Worten ausgedrückt. 17. Statuendum de quovis dogmate ex propria ejus sede. Von jedem Dogma ist zu glauben, was von demselben da gesagt wird, wo es in der Schrift seinen Sitz hat. 18. Sensus literae non est deserendus, praesertim quoad substantialia, ubi fidei articulus ceu in propria sede tractatur. Der Sinn des Buchstabens nicht ist zu verlassen, namentlich was das Wesen der Sache betrifft, wo ein Glaubensartikel als in seinem eigentlichen Sitz abgehandelt wird. 19. Τὸ ῥητὸν est retinendum, ubi articulus fidei ex professo proponitur. Es ist genau bei dem Buchstaben zu bleiben, wo ein Glaubensartikel geflissentlich vorgelegt wird. 20. Non potest scriptura intelligi theologice, nisi ante intellecta sit grammatice. Die Schrift kann nicht verstanden werden theologisch, ehe sie verstanden ist grammatisch.