# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1861_S6 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 6 Theologische Axiome. meinen Pastoralconferenz, uns zu Veröffentlichung unseres Verzeichnisses durch den Druck aufzufordern. Nachdem nun letzteres geschehen ist, leisten wir der Aufforderung hierdurch Folge, in der Hoffnung, daß auch unsere noch sehr unvollständige, namentlich aus Luther, Chemnitz, Gerhard, Kromayer, Danhauer, Calov, Quenstedt, Balduin, Scherzer, Hülsemann, Conr. Dietrich, Aug. Pfeiffer u. A., sowie aus den symbolischen Büchern und den Kirchenvätern gemachte Sammlung manchem weniger Bewanderten von einigem Nutzen sein dürfte. Wir richten uns in der Anordnung nach der Reihenfolge, in welcher Johann Gerhard seine Loci aufführt. Was die Auswahl betrifft, so wird sich hoffentlich niemand wundern, daß so viele selbstverständliche Sätze vorkommen. Denn der Fehler der neueren Theologie liegt nicht darin, daß man die theologischen Axiome nicht kennte, sondern darin, daß man sie nicht beachtet. Es ist darum nöthig, sie nicht nur einmal gelesen, sondern fort und fort vor Augen zu haben. Da die meisten Axiome ursprünglich lateinisch oder auch griechisch geschrieben sind und sehr oft nur in diesem ihrem ursprünglichen Idiom überaus liebliche und sinnreiche Wortspiele enthalten, so geben wir sie auch in ihrer Sprache, setzen aber dann jederzeit sogleich die deutsche Uebersetzung um derjenigen Leser willen, welche der lateinischen und griechischen Sprache nicht mächtig sind, darunter. Später gedenken wir über mehrere, deren Ursprung, richtiges Verständniß und rechten Gebrauch, einige Winke zu geben. Bis dahin überlassen wir es den Lesern selbst, den reichen und wichtigen Inhalt derselben zu erwägen. I. Von der Theologie. 1. Theologia est habitus intellectus θεόσδοτος practicus per verbum a Spiritu sancto collatus. Die Theologie ist eine gottgegebene durch das Wort vom heiligen Geist mitgetheilte praktische Fertigkeit des Verstandes. 2. „Oratio, meditatio et tentatio faciunt theologum.“ Gebet, Meditation und Anfechtung machen einen Theologen. 3. „Credimus, ut intelligamus, non intelligimus, ut credamus.“ Wir glauben, damit wir erkennen, wir erkennen nicht, damit wir glauben. 4. Fides praecedit intellectum. Der Glaube geht der Erkenntniß voraus. 5. Theologia nihil aliud est, atque grammatica, in Spiritus sancti verbis occupata. Die Theologie ist nichts anderes, als eine Grammatik der Worte des heiligen Geistes. 6. Majestate theologica indignum non est, habere in gynecaeo ancillas etiam peregrinas. Es ist der Erhabenheit der Theologie nicht unwürdig, in ihrem Hause auch fremde Mägde zu haben.