# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1861_S4 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 4 Theologische Axiome. dem Worte tritt das specifische Heilsgut jedes Sacramentes ebenso in Schatten, wie vor dem Glauben die specifische Heilswirkung.“ S. 327. 328. (Es ist klar, daß in dieser Kritik der lutherischen Lehre von dem Zweck und der Kraft des heil. Abendmahls eine principielle Verschiedenheit der Kahnis'schen und lutherischen Lehre zu Tage tritt. Ein Eingehen auf die Anschauungen Kahnis' würde nichts Geringeres sein, als ein Aufgeben der ganzen Rechtfertigungslehre unserer Kirche. Dies zu erweisen, ist hier der Ort nicht; wir behalten uns dies jedoch für eine andere Zeit vor.) — Daß endlich beide Glieder des Redactions-Comité's sich für die in dieser lutherischen Zeitschrift vertretene Lehre als solidarisch verantwortlich betrachten, bedürfte wohl kaum besonderer Erwähnung, wäre es nicht zu dieser Zeit förmlich Sitte geworden, auch lutherisch sein wollende Zeitschriften zu Organen zu machen, durch welche jeder, der sich formell zu den Symbolen der Kirche als seinen eignen bekennt, seine auch von der Lehre der Kirche abweichenden „Ansichten“ zu Markte tragen kann, was uns eine schlimmere Union zu sein scheint, als selbst eine liturgische und kirchenregimentliche. C. F. W. Walther. C. H. R. Lange. Theologische Axiome. Es gibt eine Anzahl in den Schriften der Theologen immer wiederkehrender Sätze, welche, in kurzen bündigen Worten eine ganze Summe wichtiger Wahrheiten enthaltend, den Namen theologischer Axiome tragen. Dieselben zu kennen und, so zu sagen, immer vor Augen zu haben, ist für den Theologen von hoher Wichtigkeit. Sie fassen die Analogie des Glaubens in sich, bilden für die theologische Forschung ebenso eine vortreffliche Basis wie sicheres Regulativ, dienen auch dem weniger Unterrichteten zu einem guten Prüfstein reiner und falscher Lehre, sind ein Leitfaden durch das Gestrüpp der mancherlei umgehenden Irrthümer, verbreiten ein helles Licht über ganze Partien der Theologie, ja, können wohl in ihrer Zusammenstellung eine Theologia in nuce genannt werden. Sie sind oft die Resultate mehr als hundertjähriger theologischer Arbeit; sie sind der gefundene adäquate Ausdruck für das, was Tausenden als Wahrheit vorschwebt; es sind inhaltsreiche Sätze, die die strengste Feuerprobe bestanden und unter welche die große Wolke rechtgläubiger Gottesgelehrter der Vergangenheit das Siegel ihrer rückhaltslosen Einstimmung gedrückt haben. Ursprünglich allein von Einem Theologen ausgesprochen, fiel der Satz alsobald wie ein zündender Blitz in alle Herzen, die ihn lasen, und jeder sagte dazu sein Ja und Amen. Zwar rechnet man gewöhnlich unter die theologischen Axiome auch gewisse Paradoxa, die auf den ersten Blick das Ansehen haben, nichts weniger, als ausgemachte Wahrheiten, sondern vielmehr die gewagtesten Hypothesen, ja sich selbst widersprechende Sätze zu sein. Allein es gibt wirklich solche Paradoxa,