# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1861_S2 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 2 Vorwort zu Jahrgang 1861. reichlichst gemacht werden sollen. Außerdem wird darauf Bedacht genommen werden, insonderheit den hiesigen Predigern für ihre an den verschiedensten vorkommenden schwierigen Fällen so reiche Amtsführung Excerpte aus dem Schatze unserer kirchlichen casuistischen Werke in die Hände zu geben und über die besten Bücher alter und neuer Zeit zu Anlegung einer lutherischen Pfarrers⸗Bibliothek sichere Nachricht zu ertheilen ... Wir müssen jedoch auch noch die Bemerkung hinzusetzen, daß unsere Synode mit Herausgabe dieser „theologischen Zeitschrift"" keineswegs beabsichtigt, den jetzt in Deutschland coursirenden gelehrten Blättern ein ähnliches für America an die Seite zu stellen. Ihr Zweck ist hierbei keineswegs, auf neue Entdeckungen auf dem Gebiete der Gelehrsamkeit und insonderheit der Theologie auszugehen, sondern ein Organ zu haben, welches vor allem dazu dienen soll, die alten Lehr⸗ und sonstigen Schätze der Kirche wieder zur Schau und Ergreifung auszustellen und dieselben gegen neue s. g. theologische oder untheologische, kirchliche oder unkirchliche Wegelagerer zu vertheidigen, aber auch das, was eine wahre Ausbeute neuer Arbeit im Worte Gottes und in den Urkunden der Geschichte der Kirche für dieselbe, und insonderheit für die hiesige, ist, unter uns möglichst allgemein zu machen.“ Diesen ihren bisherigen, hiermit genau definirten, Charakter wird „Lehre und Wehre“ auch in der Folge sich bewahren. Der neu hinzutretende Mitredacteur unterschreibt jenes Programm von ganzem Herzen. Auch nach seiner Ueberzeugung war die lutherische Reformation die Erfüllung der der Kirche gegebenen göttlichen Verheißung eines endlichen großen Sieges nach langer furchtbarer Unterdrückung: „Und alsdann wird der Boshaftige geoffenbaret werden, welchen der HErr umbringen wird mit dem Geist seines Mundes.“ 2 Thess. 2, 8. vgl. Jes. 11, 4. Auch er erkennt in der Zeit der lutherischen Reformation die Zeit, darinnen die christliche Kirche von Gott in großen Gnaden heimgesucht worden ist. Und zwar sieht auch er in dieser Reformation eine solche göttliche Gnadenheimsuchung, durch welche die Kirche noch einmal zurückgeführt worden ist zu apostolischer Lehrreinheit, und erkennt in den Symbolen unserer Kirche, als einer rechtgläubigen (von den ökumenischen Symbolen an bis zur Eintrachtsformel), die Stimme der wahren katholischen Kirche. Auch er achtet es daher für die Aufgabe unserer Zeit und darum auch für seine Aufgabe an seinem Theil, nicht, jene Bekenntnisse unter dem Titel nöthiger Fortentwickelung der Lehre aufs neue zu revidiren, sondern, die Zeit, darinnen wir heimgesucht sind, erkennend, dieselben als einen ihm vertrauten Schatz reiner gesunder Lehre gewissenhaftest zu bewahren. Auch er hat sich endlich davon überzeugt, daß, wo die neueren s. g. strengconfessionellen Theologen die Lehre unseres Bekenntnisses angeblich verbessert haben, sich dies immer eben nicht als eine Verbesserung, sondern als ein Irrthum erwiesen habe, und zwar als ein Irrthum, der eine principielle Verschiedenheit des Glaubens des Verbesserers und des Glaubens der lutherischen Kirche bloß legt. Wenn z. B. Münchmeyer in der Lehre von der Kirche von den lutherischen Symbolen um der Schrift willen abgehen zu