# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1860_S384 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 384 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Bekenntniß der Generalsynode. — Die Illinois Synode hat bei ihrer letz⸗ ten Versammlung vom 30. August bis 4. September nach dem Olive Branch folgenden Beschluß gefaßt: „Wir wollen der Generalsynode bei ihrer nächsten Versammlung ehrer⸗ bietig vorschlagen, in Erwägung zu ziehen, ob es nicht thunlich wäre, in dem Artikel III, Sek. 3, oder an einer andern passenden Stelle ihrer Constitution eine entschiedene (distinct) Anerkennung der Augsburgischen Confession einzufügen, da⸗ mit den Schmähungen der Gegner der Generalsynode kein Raum gelassen werde, welche derselben den entschieden lutherischen Character abgesprochen haben.“ Also aus weiter kei⸗ nem Grunde, als um einen Vorwand zu haben, mit dem man wenigstens zum Schein die Mahnungen der „Symbolisten“ abweisen kann? Wie dieser Beschluß sowie auch der vor⸗ hergehende, wonach die Illinois Synode sich auf die Augsburgische Confession stellt, gemeint ist, erhellt auch aus dem darauf folgenden, worin sich die Glieder derselben verpflichten, sich des Streits über „bekannte Meinungsverschiedenheiten“ unter ihnen zu enthalten. S. Die Melanchthon Synode. — Am 2. September hielt Dr. Kurtz während der Versammlung der Melanchthon Synode eine Predigt, deren Inhalt von derselben durch einen ausdrücklichen Beschluß gebilligt wurde. Darin heißt es unter anderm: „Wiederge⸗ burt durch die Taufe, d. i. die Lehre, daß Kinder, welche zum Denken und sittlichen Handeln noch unfähig sind, in oder durch die Taufe wiedergeboren werden, und darum einer späteren Bekehrung nicht bedürfen, oder daß dann wenigstens der Keim eingepflanzt wird, welcher zur neuen Geburt heranreift — alles ein Stück des papistischen Aberglaubens; die „reale Ge⸗ genwart“ oder die Mittheilung des Leibes Christi an die Communicanten im heil. Abend⸗ mahl (in, con et sub, d. i. in, mit und unter dem Brod und Wein), was ich im Grunde für eine Umschreibung der Consubstantiation halte, und für in Wahrheit ebenso unhaltbar und absurd als die Transsubstantiation selbst: dies sind einige der wilden Phantastereien, die man aus den staubigen Folianten irrender Väter aufgelesen hat“ ꝛc. Wo hat denn der Doctor wohl seine Weisheit her? S. Beschreibung des Dr. Schmucker. — Im Observer schreibt ein L. K.: „Mit Dr. Schmucker bin ich auch persönlich bekannt. Er ist in vieler Hinsicht ein sehr merkwürdiger Mann. 1. Als ein Mann in physischer Hinsicht. Er trägt sein Alter besser als irgend jemand, den ich je gesehen habe; er sieht so wohl aus und scheint so jung und so thätig zu sein wie vor zwanzig Jahren. 2. Als ein Mann in geistiger Hinsicht. Nur we⸗ nig Geister sind gebildeter oder mehr mit Kenntnissen angefüllt, und niemand hat eine freund⸗ lichere Gemüthsart oder eine gleichmäßigere Stimmung. In der heißesten Debatte oder unter den aufregendsten Umständen ist er immer so ruhig wie ein Maimorgen. 3. Als Schriftsteller und Prediger ist er weiter und vortheilhafter bekannt, als irgend ein anderer in der lutherischen Kirche dieses Landes. 4. Als theologischer Professor hat er wenige, die ihm gleichkommen, und keiner ist ihm überlegen in irgend einer Kirche dieses Landes. Er ist durch Bildung. Kunst und Natur ausgezeichnet für die Stellung, welche er einnimmt, befähigt.“ — Wie glücklich bist du, o Achill, daß du einen Homer gefunden hast! S. Die östliche Ohio Synode und der Taufritus. — Da Prediger der östlichen Ohio Synode die Taufe, wo es verlangt wird, durch Untertauchen vollzogen haben, so hat diese Synode bei ihrer letzten Versammlung, Ende September, beschlossen, dies nicht mehr zu dulden, sondern durchaus bei dem Ritus der lutherischen Kirche zu bleiben. S. Druckfehler des vorigen Heftes. Seite 350 Zeile 12 von unten anstatt: Scherffs — Schaffs. „ 351 „ 22 „ oben „ Folge — nicht Folge. „ „ „ 13 „ „ „ Bruggen — Beuggen. „ 321 „ 3 „ unten „ des Hrn. — Hrn.