# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1860_S381 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 381 an einem solchen Abendmahle mißbillige und demgemäß auch gegen Zöglinge aus unserer Kirche handeln werde; was aber andere Fälle von Gewissensbe⸗ denken der beregten Art betrifft, wir nach der mündlichen Aussprache der Vertreter des Missionscollegii die Zuversicht fassen dürfen, daß auch solche Bedenken eine gewisse und wahrhaft evangelische Beurtheilung erfahren wer⸗ den, — so beschließt die Synode, indem sie der Genehmigung der obengedachten Versicherung Seitens des Missionscollegiums entgegensieht, den bis⸗ herigen Verband mit dem Missionscollegium in Leipzig aufrecht zu erhalten und giebt sich der Hoffnung hin, daß kein Fall von Gewissensdruck unsere Kirche in die Nothwendigkeit versetzen werde, dieses Band zu lösen. — Als Motive der Commission für diesen Beschluß möchten noch zu erwähnen sein: 1. daß wir keinen Fingerzeig vom HErrn hätten, selbst eine Missionsthätig⸗ keit zu eröffnen, und so allen Gewissensconflikten am Sichersten zu begegnen, 2. daß wir nur im äußersten Nothfalle dieses Band gemeinsamer Thätigkeit mit den lutherischen Landeskirchen glaubten aufgeben zu dürfen, 3. daß jetzt schon Zöglinge aus unserer Kirche in Leipzig seien, welche ohne Gewissens⸗ bedenken dort zum Abendmahle gingen. — Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. Amerika. Die Synode von Ohio westlichen Districts drückte bei Gelegenheit ihrer im Juli d. J. gehaltenen Versammlung, wie wir aus den gedruckten Verhandlungen ersehen, ihre Mißbilligung darüber aus, daß der mittlere District unserer Synode Hrn. P. Eirich und die Gemeinde in Zanesville (die eines „Abfalls“ von der Ohio⸗Synode bezüch⸗ tigt wird!) aufgenommen hat. Gegen den Beschluß der Synode einen nicht berufe⸗ nen Candidaten zu ordiniren, also eine s. g. absolute Ordination zu vollziehen, legten die Herren Pastoren M. Loy, R. Herbst, F. Groth und M. Sondhaus folgenden Protest ein: „Da es offenbar ist, daß die rechte Kirche, weil sie allein das Priesterthum hat, auch die Macht haben muß, Kirchendiener zu wählen und zu ordiniren, und da solches auch der ge⸗ meine Brauch der Kirchen zeiget, sintemal vor Zeiten das Volk Pfarrherren und Bischöfe wählte, dazu der Bischof am selbigen Orte, oder in der Nähe gesessen, kam, und den ge⸗ wählten Bischof durch Auflegen der Hände bestätigte, und ist dazumal die Ordination nichts anderes gewesen, denn solche Bestätigung, so protestiren wir hiermit feierlich gegen die Or⸗ dination solcher, die noch keinen Gemeindeberuf haben, zumal da nach unserer Ministerial⸗ Ordnung denen, die nicht im Pfarramt stehen, keine Stimme gestattet wird über Aufnahme der Candidaten, und somit ganz besonders gegen die Sprüche Christi gehandelt wird, welche zeugen, daß die Schlüssel der ganzen Kirche und nicht etlichen besondern Personen gegeben sind, wie der Text sagt: Matth. 18, 20. (Siehe Schmalk. Art. Anhang von der Bischöfe Gewalt. Seite 328 — 9. N. A. Ausg.)“ Doctorat. Die Trustees des Collegiums zu Gettysburg haben Hrn. P. Passavant, Herausg. des Pittsburger Missionary und Hrn. P. Ziegler, Prof. am Missions-Insti⸗ tut in Selins-Grove, zu Doctoren der Theologie creirt. New York. Aus der luth. Zeitschrift des Hrn. P. Brobst entnehmen wir den Be⸗ richt, daß in dem unteren Theile der Stadt New York während der letzten 20 Jahre nicht weniger als 32 Kirchen verkauft und in Geschäftshäuser verwandelt und keine neuen Kir⸗ chen in ihrer Umgebung, sondern nur im obern Stadttheil gebaut worden! der untere Stadttheil mit Hunderttausenden von Einwohnern hat nur noch hie und da eine Kirche;