# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1860_S359 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die Generalsynode. 359 Lehre vom Sonntag, von der Absolution, von den Sacramenten, wie diesel⸗ ben unsere Kirche lehrt, nicht anerkennt? Dieser Zusammenhang grade ist von Luther und den andern großen Theologen unserer Kirche mit einer sol⸗ chen speculativen Kraft und mit einer solchen logischen Schärfe nachgewiesen worden, daß man sich nicht genug wundern kann, wie Leute sich für luthe⸗ rische Theologen ausgeben mögen, welche mit der gewaltigen Geistesarbeit unserer Kirche so wenig Bekanntschaft zeigen, daß sie nicht bloß in falscher Lehre stehn, sondern auch noch behaupten können, sie stünden auf dem luthe⸗ rischen Schriftprincip und sie nähmen die Rechtfertigungslehre an mit allem, was als Antecedens und Consequens dazu gehört. So ist aufs Neue die falsche Lehrrichtung der Generalsynode in den wichtigsten Stücken dargelegt. Es ist damit niemanden in der Generalsynode persönlich nahe getreten, es ist über keine Personen geurtheilt oder gar ge⸗ richtet, es handelt sich einzig und allein um die öffentliche Lehre. So lange dieselbe nicht der heil. Schrift gemäß ist, muß von unserer Seite immer wie⸗ der dagegen gezeugt werden. Denn falsche Lehre führen ist eine schwere Sünde, und bringt darum nur Fluch und Verderben. Durch falsche Lehre wird der Name Gottes gelästert und dem Heiligen Israels seine Ehre ge⸗ raubt; durch falsche Lehre wird die Gnadensonne des Evangeliums verdun⸗ kelt und die Seelen der Menschen werden dadurch um den köstlichsten, allein werthvollen Schatz der heilsamen Gnade Christi betrogen. Nur die reine Lehre heiligt den Namen Gottes und bringt die Gnade ganz und vollkom⸗ men. Es ist darum Pflicht der Kirche und jedes einzelnen Christen, an sei⸗ nem Theile nicht bloß selbst die reine Lehre der heil. Schrift zu führen, son⸗ dern auch gegen die falsche Lehre mit heiligem Ernst zu zeugen. Und grade in unserer Zeit darf dies Zeugniß um so weniger verstummen, als grade jetzt falsche Lehre das Mittel ist, wodurch der Teufel die Christenheit vom Glau⸗ ben an das Evangelium und von der Anbetung Gottes im Geist und in der Wahrheit abzuziehen und fern zu halten sucht. Es ist die moderne Form des Götzendienstes, der auch unter den Dienern der Kirche, ach! auch der lutherischen, seine Priester findet. Mit Recht sagt Luther in der Schrift: „Das Pabstthum zu Rom vom Teufel gestift,“ Erl. XXVI., vom Greuel der falschen Lehre, S. 150: „Hieraus (1 Pet. 4, 11., Tit. 1, 13., Matth. 15, 9., 3, 17., Joh. 10, 4. 5. 8.) und dergleichen viel Sprüchen ist's klärlich und gewaltiglich genug beweiset, daß Menschenlehre und Werk in der christlichen Kirche von Gott strenge und hart verboten sind, als die wider den Glauben sind und von der Wahrheit führen, das ist, sie sind eitel Lügen und Betrug für Gott. Und wo der Teufel zuschlägt, daß man sie mit Gottes Namen oder der Apostel Namen schmückt und unter ihrem Namen verkäuft, so sind's nicht mehr schlechte Lügen und Betrug, sondern auch Gottes greueliche Lä⸗ sterung und Abgötterei oder Greuel: denn da macht der Teufel Gott zum Lügner und Betrüger, als habe Gott solche Lügen geredt und solch Werk ge⸗ than, und die Leute fallen drauf und gläubens und vertrauen drauf, als hätt es Gott geredt und gethan; geben also ihr Vertrauen und Ehre, welche