# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1860_S358 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 358 Die Generalsynode. die Thorheit beimißt, daß er die anderen Symbole wegen ihres Umfangs nicht annehme. Aber das gereicht ihm zum Vorwurf, daß er nicht ehrlich und entschieden heraussagt: „ich erkenne die lutherischen Symbole mit Ein⸗ schluß der Augsburgischen Confession nicht an, weil sie meiner Ueberzeugung nach Irrthümer enthalten, welche wider die Schrift streiten.“ Denn daß Dr. Schmucker zur Augsburgischen Confession als Symbol ebenso steht wie zu den anderen Bekenntnissen ist nicht bloß aus dem klar, was oben über die bedingte Anerkennung der ersteren gesagt ist, sondern auch daraus, daß die andern Bekenntnisse durchaus dieselbe Lehre enthalten wie die Augsbur⸗ gische Confession, daß also unmöglich jemand diese annehmen und jene ver⸗ werfen könnte, sondern wer jene verwirft, der verwirft damit auch diese. Es ist in der That ein unheiliges Spiel, welches Dr. Schmucker und namentlich durch ihn die Generalsynode mit dem theuern Bekenntniß unserer Kirche treibt. Es ist diese bedingte Annahme der Augsburgische Confession oder der Grundlehren der Bibel, wie sie von der Kirche gelehrt werden, eine un⸗ ehrliche Politik, mit welcher man die Einheit erhalten will, die doch nach Gottes Willen allein vom heiligen Geist durch das Wort erhalten werden kann, und zwar durch das reine, unverfälschte Wort der echten christlichen Lehre, 1 Cor. 1, 10. Denjenigen Gliedern derselben, welche den lutherischen Glauben im Herzen tragen, sagt man: „die Generalsynode bekennt sich ja zur Lehre der lutherischen Kirche und zur Augsburgischen Confession,“ den Liberalen dagegen sagt man: „bei uns giebt es keinen Symbolzwang, wir haben vollkommene Lehrfreiheit, denn die Lehre der Kirche und die Augsbur⸗ ger Confession gelten nur, so weit sie mit der Schrift übereinstimmen.“ Wie will sich Dr. Schmucker und seine Gesinnungsgenossen vor dem Vorwurf un⸗ lutherischer und unchristlicher Doppelzüngigkeit vor Gott und der Kirche rechtfertigen? Das scheint ihnen gleichgültig zu sein, wenn nur das erreicht wird, daß sich die Glieder der Generalsynode „gegenseitig als Lutheraner anerkennen“ und in äußerlicher Eintracht mit einander leben und wirken. Aus diesem allem ist es nun auch klar, was es mit der Behauptung Dr. Schmuckers für eine Bewandtniß hat, daß nämlich die Generalsynode auf dem großen Prinzip Luther's stehe, das die Schrift zur einzigen untrüglichen Richtschnur des Glaubens und Lebens macht, und daß sie seine Hauptlehre anerkenne, nämlich die Rechtfertigung allein aus dem Glauben, sowie alles, was als nothwendiges Antecedens oder Consequens damit zusammenhänge. Durch diese Behauptung will Dr. Schmucker sich und seine Parthei als rechte Nachfolger Luther's darstellen. Aber wie kann jemand die Schrift als die einzige untrügliche Richtschnur seines Glaubens und Lebens anerkennen, der Grundlehren derselben verwirft, und zwar Grundlehren, welche nicht etwa wir Missourier, sondern Luther selbst und die ganze lutherische Kirche, wie die Bekenntnißschriften zeigen, für solche halten? Und wie kann der die Rechtfertigung allein aus dem Glauben in Wahrheit als die Hauptlehre an⸗ erkennen, auch noch mit ihren Antecedenzen und Consequenzen, der die damit im innigsten Zusammenhange stehenden Lehren vom Gesetz, z. B. in der