# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1860_S354 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 354 Die Generalsynode. Dr. Schmucker legt in seiner Motivirung des obigen Grundsatzes auf's Neue die Lehrrichtung der Generalsynode dar. Er sagt in Summa dieses: „Die Generalsynode sei nach ihrer Constitution zur Beförderung der christ⸗ lichen Liebe gegründet worden; darum sei die Aufnahme von solchen Ele⸗ menten, welche Lehrstreit erregen würden, ihrem Zwecke entgegen. Das große Prinzip Luther's, daß die Schrift die einzige untrügliche Richtschnur des Glaubens und Lebens ist, und seine Hauptlehre, worauf ihn dies Prinzip führte, nämlich die Rechtfertigung allein aus dem Glauben, werde von der Generalsynode anerkannt, sowie alles, was als nothwendiges Antecedens oder Consequens damit zusammenhänge. Doch die voluminösen Bekennt⸗ nisse, welche ein Viertel Jahrhundert nach Luther's Tod der lutherischen Kirche in Deutschland auferlegt worden seien, würden von der Generalsynode weder gebilligt noch angenommen. Bedingte (qualified) Anerkennung der Augsburgischen Confession sei alles, wozu sie sich verstehe. Diese Lehrbasis sei dazu bestimmt, die verschiedenen Lehrmeinungen in der Generalsynode in Eintracht zu erhalten, und alle zu umfassen, welche sich gegenseitig als Luthe⸗ raner anerkennen wollen.“ Danach ist die Generalsynode zur Beförderung der christlichen Liebe ge⸗ gründet und ihr Zweck schließt allen Lehrstreit, z. B. wie bekannt, über solche Artikel, wie den von der Taufe, vom Abendmahl, von der Absolution, vom Sonntag, als die Eintracht störend aus. Die Generalsynode hat sich dem⸗ nach eine andere Aufgabe gestellt, als die Kirche und darum auch jeder Theil der Kirche, also jede Synode, nach dem Befehl Christi auf Erden auszurich⸗ ten hat. Der Herr sagt Marc. 16, 15.: „Prediget das Evangelium aller Creatur“, und danach haben auch die Apostel weiter nichts gethan, als das Evangelium gepredigt. St. Paulus faßt seine ganze apostolische Arbeit mit diesem Worte zusammen, 1 Cor. 1, 17., 9, 16. 18., und sagt, daß es der Wille Gottes sei, durch die Predigt selig zu machen die, so daran glauben, 1 Cor. 1, 21. Was enthält aber diese Predigt des Evangeliums? Sie han⸗ delt von dem gekreuzigten Christus, 1 Cor. 1, 23., sie ist das theuer werthe Wort, daß Christus Jesus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen 1 Tim. 1, 15. Demnach ist die ganze Arbeit der Kirche, welche ihr von ihrem Herrn und Heiland aufgetragen ist auf Erden, einzig und allein die, daß sie das Evangelium predige, daß sie das Werk Gottes in Christo zur Erlösung der Menschen der Welt verkündige, und zwar ganz und un⸗ verkürzt. Dadurch allein erfüllt sie den Willen Gottes an die Menschen vollständig und nach allen Seiten hin. Denn durch die Predigt des Evan⸗ geliums wird nicht bloß der ewige Rathschluß Gottes, die Menschheit durch Christum selig zu machen, an den einzelnen Menschen, die sie im Glauben hören, thatsächlich ausgeführt, also das in Gottes Augen größte Werk ge⸗ than, das nach seiner gnadenreichen Ordnung durch einen Menschen gethan werden kann: sondern es wird eben durch diese seligmachende Wirkung der Predigt des Evangeliums der Mensch zu einem Kind Gottes durch den Glau⸗ ben wiedergeboren, und ist als solches frei von der Knechtschaft der Sünde