# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1860_S353 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang VI. December 1860. No. 12. (Eingesandt.) Die Generalsynode. Im Observer vom 21. September erklärt sich Dr. S. S. Schmucker zu Gettysburg mit Entschiedenheit gegen die Aufnahme solcher Prediger in die Generalsynode, welche die Lehrbasis derselben für unlutherisch halten. Er sagt: „Würde die Generalsynode nicht einen Mangel an Selbstachtung an den Tag legen, wenn sie Männer in ihre Gemeinschaft aufnehmen wollte, welche dafür zu halten scheinen, daß dieselbe so weit von der lutherischen Lehre gewichen sei, daß sie nicht mehr mit Recht den lutherischen Namen beanspruchen könne? Der entgegengesetzte Weg der Missourischen und anderer altgläubi⸗ gen Synoden ist weit ehrenhafter und hat sich die Achtung nicht bloß der Generalsynode, sondern der Kirche allenthalben erworben.“ Obgleich das Lob unserer Synode natürlich nur um deren willen ausgesprochen ist, welche trotz ihrer Ueberzeugung, daß die Generalsynode auf falschem, schrift⸗ und bekenntnißwidrigem Grunde steht, in dieselbe eintreten oder eintreten wollen, so müssen wir doch mit aller Entschiedenheit dem Grundsatz Dr. Schmuckers beistimmen. Es ist unserer Ueberzeugung nach nicht bloß un⸗ ehrenhaft, sondern wider Gottes Wort gehandelt, wenn Prediger gegen ihre bessere Erkenntniß in die Generalsynode eintreten, um die äußerlichen Vor⸗ theile davon zu haben, etwa eine Pastorstelle oder Unterstützung oder sonst etwas der Art, und dann, um ihr erwachtes Gewissen zu beruhigen, als Zeu⸗ gen gegen die falsche Lehrbasis der Generalsynode auftreten, die sie doch vor ihrem Eintritt als solche erkannt hatten. Solche Menschen sind offenbar unredlich, und ihre Handlungsweise ist nimmermehr lutherisch. Ganz anders verhält es sich mit denjenigen, welche mit irrendem Gewissen in die General⸗ synode eingetreten sind, weil sie aus Schwachheit die falsche Richtung der⸗ selben nicht erkannten. Diese sind frei selbst vom Vorwurf der Unehrenhaf⸗ tigkeit, wenn sie nun, da sie es besser wissen, mit der ganzen Entschiedenheit eines gewissen Glaubens an die geoffenbarte Wahrheit und einer brünstigen Liebe zu ihrem Heiland und ihren theuer erkauften Brüdern wider den Irr⸗ thum in der Generalsynode und wider alle, welche denselben vertreten, Zeug⸗ niß ablegen. Ja, wehe ihnen, wenn sie als stumme Hunde erfunden würden!