# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1860_S349 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich-Zeitgeschichtliches. 349 Waffen der Pabstkirche. Vor kurzem ist uns eine Nummer des ersten Jahrgangs der „Katholischen Volkszeitung“, die in Baltimore erscheint, zugekommen. Darin befindet sich die Fortsetzung eines Romans, der den Titel trägt: „Luthers Brautfahrt.“ Dieser Roman, der eine unter aller Kritik miserable Fiction enthält, wird in der Ueberschrift: „Ein historisches Gemälde“ genannt. So belügt und betrügt die päbstliche Clerisei ihr Volk. Gottlob, daß sie nur mit solchen Waffen wider Luther zu Felde ziehen kann! Buffalo'sche Theologie. Um zu beweisen, daß die Prediger das Amt nicht „sekundär, aus zweiter Hand,“ von Gott durch die Gemeinde, haben, thut Herr Diak. Hochstetter in seinem „Histor. Zeitblatt“ vom Monat November die Frage: „Ob das Ei eher sei, oder die Henne?“ Früchte der neuen Platform. In dem Missionary vom 18. October lesen wir von der Hartwick⸗Synode: „Es wurde während der Besprechung dieses Gegenstandes in der Synode ausdrücklich angegeben, daß der Mangel an religiösem Interesse in vielen Gemeinden, der sich aus den Parochial⸗Berichten der Synode herausstellte, wenigstens in einigem Grade, der Thatsache zugeschrieben werden möge, daß die Synode ihre Lehrstellung geändert und sich auf eine neue Platform gestellt hatte. Es ist gewiß, daß eine Veränderung in dieser Synode in Betreff des Fortschritts der Religion stattgefunden hat. Die Kirchen sind jüngst nicht so reich gesegnet gewesen an Ausgießungen des Geistes Gottes, als in früheren Jahren. Und mag daran nicht die Schuld in einer Aenderung ihrer Stellung liegen? In der letzten Sitzung wurde eine Resolution vorgeschlagen, die neue Platform aufzuheben, deren Erwägung nach einer Discussion auf die nächste Jahresversammlung aufgeschoben wurde.“ Fortschritt unter den Methodisten. Wie wir aus der ref. K. Z. ersehen, findet sich in dem Organe der deutschen Methodisten, dem „Christlichen Apologeten“, der schon längere Zeit nicht mehr mit uns wechselt, folgende Auslassung: „Oft ist es aber auch der Fall, daß in gesegneten Versammlungen während der Predigt, dem Gebet, Bekenntnissen, Abendmahl und dergleichen, einige laut rufen: Halleluja! Gloria! Dank sei Gott! u. s. w. oder in die Hände klatschen und jubeln, oder aufstehen, herumgehen und unter Weinen und Lachen einander die Hände reichen. Was sollen wir von solchen Vorfällen sagen? Einige glauben und sagen, diese Bewegungen seien vom heil. Geiste, und man solle ja den Geist nicht dämpfen, d. h., man solle seine Gefühle nicht unterdrücken, sondern ihnen freien Lauf lassen. Die Erwärmung des Herzens ist gewiß vom Herrn, aber die Bewegung des Körpers ist in diesem Falle von dem Menschen selbst. Und die Gefühle beherrschen, heißt nicht den Geist, sondern das Fleisch dämpfen ... In dasselbe Fach gehört das Seufzen, Aechzen und Brummen, während ein Anderer betet. Einige haben eine solche Gewohnheit angenommen, entweder ihre Andacht zu mehren oder andächtig scheinen zu wollen; da doch die Seufzer in der Stille ebensowohl und so schnell vor Gott kämen und Niemand stören würden.“ — Das ist offenbar ein guter Fortschritt. Vor Jahren urtheilte man unter den Methodisten ganz anders, und erklärte eben darum die lutherischen Gottesdienste für todten Formalismus, weil man darin „die Gefühle beherrscht und das Fleisch dämpft“. Die Basis der Generalsynode. Der Olive Branch erklärt in seiner October⸗Nummer, daß durch einen Artikel Dr. S. S. Schmucker's im Lutheran Observer vom 21. Sept. außer Zweifel gesetzt sei, was man eigentlich für die Lehrbasis der Generalsynode zu halten habe. Nach jenem Artikel heiße es nehmlich in den Statuten des Seminars der Generalsynode: „Und daß in diesem Seminar in deutscher und englischer Sprache die Fundamental-Lehren der heil. Schrift gelehrt werden sollen, wie sie in der Augsb. Conf. enthalten sind.“ Hierzu macht der Olive Branch die Bemerkung: „Nun merke auf diese Ausdrücke sorgfältig —: „„Die Fundamental-Lehren,““ nicht der Augsb. Conf., sondern „„der heil. Schrift““, wie sie in der Augsb. Conf. enthalten sind — nicht zusammengeflickt von irgend einem nach eigenem Belieben. Wenn dies nicht an die Augsb. Conf. bindet, und zwar unveränderlich, so möchten wir wissen, was es thut?“ Nach einem weiteren Citat aus den Statuten ähnlichen Inhalts fährt der Schreiber im Olive Branch fort: „Dies, so scheint es uns, sollte diese viel behandelte Frage für immer erledi⸗