# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1860_S348 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 348 Kirchlich-Zeitgeschichtliches. daß Solchen, welche der englischen Sprache nicht mächtig sind, es dennoch möglich gemacht würde, die neuen Forschungen und Ansichten kennen zu lernen. 2. Sollen theologische Abhandlungen geliefert und bisher unbekannte Manuscripte aus dem britischen Museum veröffentlicht, übersetzt und erklärt werden. Zuerst hoffen wir Stücke aus der bis heute noch beinahe ganz unbekannten samaritanischen Literatur zu geben, da das, was von Gesenius daraus veröffentlicht wurde, nur sehr unbedeutend war. Der Herausgeber dieser Zeitschrift wird Material aus mehr als 9 starken Quartbänden schöpfen. Die Gebetstücke und Gesänge der Samaritaner sind meist in der hebräischen Sprache abgefaßt und enthalten wichtige historische Notizen. Die ganze Messiaslehre dieses Volkes wird genau mitgetheilt und die Bedeutung des „Tehafs“ gegeben werden. Ferner sollen bisher unberücksichtigt gebliebene Bibelcodexe beschrieben und auch Abdrücke daraus geliefert werden, was für die biblische Exegese von großer Bedeutung sein muß. Es ist unser innigster Wunsch, dieser Zeitschrift die größte Ausdehnung zu geben und sie zum Archiv zu machen, worin dem Gelehrten neuer Stoff zur Verarbeitung dargeboten werden soll. 3. Soll ein getreues Bild der kirchlichen Zustände Englands und Amerikas dargestellt werden, und die Thätigkeit auf dem religiösen Gebiete in diesen Ländern bietet fortwährend einen reichen Stoff dar. Dem geneigten Leser werden die Vorgänge in den verschiedenen Confessionen in der richtigsten, unbefangensten Weise dargestellt werden. Nur noch ein Wort über den Standpunkt dieser Zeitschrift! Sie soll weder anglicanisch, noch lutherisch, weder reformirt, noch methodistisch sein, sondern sie soll eine Wissenschaft vertheidigen, welche auf biblisch⸗historischem (?) Boden gereift ist, und eine theologische Zeitschrift im strengen Sinne des Wortes werden.“ Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. Amerika. Mission. In Hrn. Past. Brobst's luth. Zeitschrift lesen wir: „Pastor Klindworth in Galena, Ills., ein Mitglied der deutschen Synode von Jowa, schreibt uns unterm 1. September: Vorige Woche traf uns die Schmerzensnachricht, daß unser Missionar Bräuninger entweder von den Indianern ermordet worden ist oder sich in ihrer Gefangenschaft befindet; jedoch wird das erstere das wahrscheinlichere sein.“ In dem „Fröhlichen Botschafter,“ dem Organ der Secte der „Vereinigten Brüder in Christo,“ findet sich in der Nummer vom 27. Sept. eine Einsendung unter der Ueberschrift: „Grammatisches. Herren und Damen vs. Damen und Herren.“ Darin heißt es u. A.: „Meine Damen und Herren ist richtig in einer Anrede, wenn dieselbe von einem Herrn gemacht wird. So wird dieselbe auch stets gemacht von den Englischen, und die Deutschen beweisen sich als sehr unhöflich, wenn sie dieselbe umgekehrt gebrauchen.“ Wichtige Lehren in einem religiösen Organ! Was aber wohl der Grund sein mag, daß die Damen zuerst genannt werden müssen? Der Apostel Paulus scheint davon noch nichts gewußt zu haben. Vgl. 1 Tim. 2, 8—14.