# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1860_S346 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 346 Clöter, Eine Heerde unter Einem Hirten ꝛc. ist mit jüdisch⸗papistischem Sauerteig behaftet. Aber auch die Versöhnung zu predigen reicht nicht hin; sie ist nur ein Stück aus dem großen Reichsplan Gottes; sie ist das Herz desselben, aber man soll das goldene Haupt, das Reich Christi, nicht darüber vergessen“ (S. 100). Und wehe denen, die dies Wort verschweigen oder gar hindern wollen! wehe vor Allen den Predigern, die solches wagen wollten! „Böse Knechte, heißt es einmal, also böse Prediger nennt der HErr die, welche sagen: Der HErr kommt noch lange nicht, und fangen an auf die Prediger zu schelten, sie zu verklagen und zu verfolgen, welche die Ankunft Jesu und die Weissagung verkündigen: Solche gottlose und pflichtvergessene Seelsorger und Hirten wird der HErr in Stücke hauen lassen, wann Er kommt“ (S. 45). Diese „kirchlichen Betrachtungen“ sind von einem evangelischen Pfarrverweser in einer evangelischen Gemeinde unserer evangelischen Landeskirche gehalten und nun bereits in dritter Auflage dem Volk als gesunde evangelische Speise hinausgegeben worden. Am Reformationsfest ist die erste Betrachtung gehalten und dabei an dem Tage, wo Luther das Evangelium von der freien Gnade Gottes in Christo auf den Scheffel gestellt, dem Volk als Aufgabe unserer Kirche ans Herz gelegt worden, der Beruf, das kommende Reich Jesu zu verkündigen. Am letzten Sonntag des Kirchenjahres wird gepredigt von der bevorstehenden Tyrannei des Gegenchristus, und das Volk dabei gespeist mit Appollyon, mit den Jahren 800, 1806 und 1866. Am Weihnachtsfeste wird die tausendjährige Friedensherrschaft Jesu verkündigt, und der Engel Loblied als in jener Zeit erst erfüllt vor Augen gestellt: von einer vorläufigen Erfüllung ist auch mit keinem Wort die Rede. Und so gehen diese Betrachtungen Sonntag für Sonntag fort bis D. 2. p. Epiph. Was ein Apostel Paulus der Römergemeinde gepredigt hat, wissen wir; was er den Galatergemeinden zu verkündigen hatte, wissen wir auch und erinnern dabei nur an das furchtbar ernste Wort Gal. 1, 8. 9.; wir kennen überhaupt seine ganze apostolische Praxis. Luther's Evangelium kennen wir nicht weniger und wissen, wofür er Zeitlebens gekämpft und gestritten, und unser evangelisches Bekenntniß sollte einem evangelischen Geistlichen doch wohl auch bekannt sein. Zwar hat nun Clöter bereits ein Anathema höchster Instanz ausgesprochen über Alle, die seine neue Weise anzutasten wagen würden, wenn er sagt: „Böse Knechte, also böse Prediger nennt der HErr die, welche sagen: der HErr kommt noch lange nicht! und fangen an, auf die Prediger zu schelten, sie zu verklagen und zu verfolgen, welche die Ankunft Jesu und die Weissagung verkündigen. Solche gottlose und pflichtvergessene Seelsorger und Hirten wird der HErr in Stücke hauen lassen, wenn Er kommt“ (S. 45). Indeß wir wagen es dennoch, den Satz auszusprechen, daß kein evangelischer Prediger ein Recht hat, seine eigene Weisheit, die aller apostolischen Praxis so schnurstracks zuwider ist, unserem Volke als Gotteswort zu bieten. Aber wohin soll es mit unsern armen Gemeinden kommen, wenn jeder Prediger seiner Gemeinde seine Gedanken und Mei⸗