# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1844 12 08_S29 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Lutheraner. „Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.“ Herausgegeben von C. F. W. Walther. Jahrgang 1. St. Louis, Mo., den 14. December 1844. No. 8. Bedingungen: Der Lutheraner erscheint alle zwei Wochen einmal für den Subscriptionspreis von Einem Dollar fünf und zwanzig Cents für die auswärtigen Unterschreiber, welche davon die Hälfte vorauszubezahlen und das Postgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne Nummer für 6¼ Cents verkauft. Einladungen zu einer gesegneten und fröhlichen Feier des heil. Weihnachtsfestes, gesammelt aus den Schriften der Kirchenväter. Cyprianus, Bischof zu Carthago in Africa, starb 258 den Märtyrertod. Sie ist da, die heißersehnte und lang erwartete Geburt Christi, sie ist da, die hohe Feier, und in der Gegenwart des Heilandes bringt die heil. Kirche auf dem ganzen Erdkreis Dank und Lob dem, der sie besucht hat. Freude wird uns vom Himmel herab verkündigt, Fröhlichkeit geboten. Jene Nacht, die die heilige Geburt sah, wird von einem neuen Glanze erhellt. Die höhern Bewohner geben Ehre im Himmel, und Friede auf Erden wird den Menschen versichert, die daran Wohlgefallen haben. Engel sind da, sie reden zu den Hirten; sie halten es nicht unter ihrer Würde, mit Niedrigen zu sprechen, und obgleich sie Hocherhabene sind, verachten sie doch die Geringsten nicht. Nicht das ungewohnte Licht, nicht die Gegenwart der Engel schreckt die Hirten; voll wahren und reinen Glaubens, ergötzen sie sich daran, daß sie himmlische Stimmen harmonisch lobsagen und in heiligen Gesängen die göttliche Herrlichkeit und Gnade preisen hören. (Serm. de nativ.Christi.) Basilius Magnns, Bischof zu Neu-Cäsarea in Asien, starb 379. O Größe der Gütigkeit und Menschenfreundlichkeit Gottes! Durch seine überschwengliche Güte werden wir aus der Knechtschaft befreit. Grübelnd forscht der Mensch nach dem Grunde, warum Gott ein Mensch wird, da es ihm doch mehr geziemt, seine Güte anzubeten, als vorwitzig die Gottheit ergrübeln zu wollen. (Serm. de hum. Christi generatione.) Gregorius von Nanzianz in Cappadocia, starb 339, nachdem er das Amt eines Bischofs in Constantinopel niedergelegt hatte. Christus wird geboren. Stimmet Loblieder an. Christus vom Himmel, geht entgegen. Christus auf Erden, erhebt euch. Singt dem HErrn alle Welt. Und daß ich beides zusammenfasse: Der Himmel freue sich und die Erde sei fröhlich über dem Himmlischen, der hernach irdisch geworden. Christus im Fleische, jauchzet mit Zittern und Freude, mit Zittern wegen der Sünde, mit Freude wegen der aufgehenden Hoffnung. — Der ohne Mutter ist, wird hernach ohne Vater geboren; zuerst ohne Mutter, hernach ohne Vater. — Der ohne Fleisch ist, wird Fleisch, das Wort wird Körper, der Unsichtbare sichtbar; der Unfühlbare läßt sich betasten; der ohne Zeit ist, nimmt seinen Anfang; der Sohn Gottes wird ein Menschensohn, JEsus Christus gestern und heute und derselbe in Ewigkeit. Den Juden mag es Aergerniß, den Heiden mag es Thorheit sein, die Irrlehrer mögen ihren Muthwillen treiben; alsdann werden sie glauben, wenn sie ihn sehen werden gen Himmel fahren; oder wenn dann noch nicht, doch wenigstens hernach, wenn er vom Himmel als Richter wiederkommen wird; doch jetzt müssen wir die Gotteserscheinung oder die Geburt Christi feiern. — Aber freilich nach heidnischer Art und mit heidnischer Wollüstelei wollen wir dieses Fest nicht begehen, sondern mit dem Worte Gottes wollen wir, die wir das Wort anbeten, uns ergötzen. — Singe Loblieder mit den Engeln und Erzengeln, denn ich bin überzeugt, daß auch sie dieses Fest nach der Liebe, die sie gegen uns tragen, mit uns im Himmel feiern. (Homil 38.) Ambrosius, Bischof zu Mailand in Italien, starb 397. Da Christus geboren wird, jauchzen die Engel, wachen die Hirten, kommen die Weisen herzu, geht der Stern vor ihnen her, und alles Schönste, was es im Himmel und auf Erden gibt, wird dem HErrn zum Opfer dargebracht. Denn Ehre wird ihm dargebracht durch die Engel, Klarheit durch den Stern, Anbetung durch die Weisen, Einfalt durch die Hirten. (Serm. 12.) Derselbe. Jener war ein Knäblein, ein Kindlein, daß du ein vollkommener Mann sein könnest; jener in Windeln gewickelt, daß du erlöset seist aus des Todes Banden; jener in der Krippe, daß du im Heiligthum; jener auf Erden, daß du im Himmel sein könnest; jener fand keinen Raum in der Herberge, daß du viele bleibende Stätten im Himmel hättest. Er, obwohl reich, ward doch arm um euretwillen, daß ihr durch seine Dürftigkeit reich würdet. Seine Armuth ist daher mein Erbgut und die Schwachheit des HErrn meine Stärke. Er wählte den Mangel, um allen ein Ueberfluß an Gaben zu sein. (In Luc. c. 2.) Chrysostomus, Bischof von Constantinopel, starb 407 als ein Vertriebener. Gefallen, auf immer gefallen war unsere Natur, und nur jene starke Hand vermochte sie aufzurichten. Nie würde sie aufstehen können, wenn ihr nicht der, der sie geschaffen, die Hand reichte, und sie durch das Wasser und die Gnade des heil. Geistes wieder in ihre ehemaligen Vorzüge einsetzte. Betrachtet das große, hohe Geheimniß! Er wohnt ewig in dieser Hütte. Denn er nahm unser Fleisch nicht an, um es wieder abzulegen, sondern um es für immer zu behalten. Wäre dies nicht, so würde er es nicht auf den Thron der Gottheit erhoben, würde sich nicht, von demselben umgeben, von dem ganzen himmlischen Heer haben anbeten lassen. Wo sind Worte, welche diese große, erstaunenswürdige Ehre, die dadurch unseren Geschlechtern erzeigt ward, auszudrücken vermöchten? Welcher Engel, welcher Erzengel kann dies? Niemand im Himmel und auf Erden. So groß sind die Gnaden Gottes, so überschwänglich seine Wohlthaten, daß nicht allein menschliche, sondern selbst der Engel Zungen sie zu beschreiben zu schwach sind. (Hom. 11. in Joh. cap. 1.) Augustinus, Bischof zu Hippo in Africa, starb 430. Ich bitte euch, theuerste Brüder, daß ihr mit willigem Herzen das Wort aufnehmet, das der HErr in unsern Mund legen wird, an diesem lieblichsten Tage, an welchem selbst die Ungläubigen einen Stachel empfinden, an welchem selbst der Gottlose von der Barmherzigkeit ergriffen wird, der in Banden Liegende Verzeihung hofft, der Gefangene die Hoffnung der Rückkehr nicht mehr aufgibt, der Verwundete sein Heilmittel erwartet: an welchem das Lamm geboren wird, das da träget die Sünden der Welt. (Serm. 7. de temp.) Derselbe. Zu Ende sei alle Sorge, Christus, die wahre Ruhe, kommt zu uns. Zu Ende sei alles Elend, heute ist der Heiland erschienen. Zu Ende seien alle Kriege, jeder Streit sei geschlichtet, der wahre Friede steigt heute vom Himmel herab; alle Bitterkeit entweiche, denn honigträufelnd wurden heute über den ganzen Erdkreis die Himmel. Es entfliehe der Tod, weil uns heute das Leben vom Himmel herab gegeben ward. Die Engel singen heut über der Erde, die Erzengel jubiliren, die Propheten sind voll Preises, die Heiligen werden versammelt, die Bösen werden bestürzt, die Guten wünschen sich Glück, die Blinden können wieder sehen, die Tauben wieder hören, die Lahmen wieder gehen,