# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1860_S322 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 322 Fünfzehn Thesen über den Wucher. C. Daß der heilige Geist das Leihen auf Wucher, sofern es nicht eine Art der Ausübung göttlichen Strafgerichtes ist, für einen Greuel, einen Gegenstand des sittlichen Abscheues erklärt, beweist nicht nur: 1. Die Aufzählung des Leihens auf Wucher unter den Sünden des Mordes, der Abgötterei, ungezähmter Wollust außer wie in der Ehe, Unterdrückung der Armen, Unbarmherzigkeit, des Rau⸗ bes und ungerechten Gerichtes, in Hes. 18, 10—13.: „Wenn er aber einen Sohn zeuget und derselbe wird ein Mörder, der Blut vergießt, isset auf den Bergen, und beflecket seines Nächsten Weib, beschädiget die Armen und Elenden, mit Gewalt etwas nimmt, das Pfand nicht wiedergiebt, seine Augen zu den Götzen aufhebet, damit er einen Greuel begehet, giebt auf Wucher, über⸗ setzt: sollte der leben? ꝛc.“ Hes. 22, 6—12, sondern auch 2. Daß diese Sünde ausdrücklich Greuel genannt wird, Hes. 18, 13.: „Giebt auf Wucher, übersetzt, sollte der leben? Er soll nicht leben, sondern, weil er solche Greuel alle gethan hat, soll er des Todes sterben ꝛc.,“ Hes. 22, 2. 12., daher auch 3. Nehemia die Rathsherren und Obersten des jüdischen Volkes, da sie als dieser Sünde schuldig offenbar wurden, mit großem Zorne schalt und eine große Gemeinde wider sie aufbrachte, um diesen Greuel abzuthun, Nehem. 5, 6. 7.: „Da ich aber ihr Schreien und solche Worte hörete, ward ich sehr zornig. Und mein Herz ward Raths mit mir, daß ich schalt die Rathsherren und die Obersten und sprach zu ihnen: Wollt ihr einer auf den anderen Wucher treiben? Und ich brachte eine große Gemeine wider sie.“ D. Daß der heilige Geist das Leihen auf Wucher für eine Missethat er⸗ klärt, welche von der Gemeinde Gottes ausschließt und die ewige Ver⸗ dammniß zur Folge hat, beweist: 1. Psalm 15, 1. 5.: „HErr, wer wird wohnen in deiner Hütte? Wer wird bleiben auf deinem heiligen Berge? ꝛc. Wer sein Geld nicht auf Wucher giebt ꝛc.“ 2. Hes. 18, 13. 17.: „Giebt auf Wucher, übersetzt: sollte der leben? Er soll nicht leben, sondern weil er solche Greuel alle gethan hat, soll er des Todes sterben; sein Blut soll auf ihm sein.“ „Wer keinen Wucher noch Uebersatz nimmt, sondern meine Gebote hält und nach meinen Rechten lebet: der soll nicht sterben um seines Vaters Missethat willen, sondern leben.“ E. Daß nach der Schrift das Leihen auf Wucher schon in diesem Leben zeitliche Strafe verwirkt, beweist: 1. Hes. 22, 12—16.: „Sie wuchern und übersetzen einander und treiben ihren Geiz wider ihren Nächsten und thun einander Ge⸗ walt und vergessen meiner also, spricht der HErr HErr. Siehe ich schlage meine Hände zusammen über den Geiz, den du trei⸗