# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1860_S311 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das sogen. tausendjährige Reich. 311 Die betreffende Stelle lautet in V. 22 — 24.: „Denn gleichwie sie in Adam alle sterben, also werden sie in Christo alle lebendig gemacht werden. Ein jeglicher aber in seiner Ordnung. Der Erstling Christus. Danach die Christo angehören bei seiner Zukunft. Dann das Ende, wenn er das Reich Gott und dem Vater übergeben wird.“ Es ist im Zusammenhange nur die Rede von der seligen Auferstehung. Es heißt: also werden sie in Christo alle lebendig gemacht werden. Das ganze Kapitel handelt vorher und nachher nur von der Auferstehung der Gläubigen. „Paulus — sagt Bengel — redet hier von den Christen, deren Erstling Christus ist. Und diese, so wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christo alle lebendig gemacht werden. Die Schrift handelt überall mit den Gläubigen, und darum vornämlich nur von ihrer Auferstehung, von der Auferstehung der Gottlosen nur gelegentlich.“ Hienach nun kann es nicht drei Ordnungen oder Klassen geben. Die der seligen Auferstehung, welche hier allein in Betracht kommt, theilhaftig werden, sind unter denen, „welche Christo angehören“, vollständig begriffen. Der Apostel begeg⸗ net der Ungeduld, welche sich nicht darin finden kann daß zwischen der Auferstehung Christi und der sei⸗ ner Gläubigen ein so langer Zwischenraum sein soll, welchen das: lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht, keine Ruhe ließ. Dieser stellt er den Gedanken einer doppelten Ordnung entgegen. Mit der Auferstehung der Gläubigen ist hier die ignorirte der Gottlosen verbunden. Dies erkennt Bengel an, der sich auch hier nüchterner zeigt als die jetzigen Vertreter des Chiliasmus: „Zu derselbigen Zeit werden die Gottlosen auferstehen, aber diese gehören nicht in diese selige Rechnung.“ Unmittelbar an die Auferstehung schließt sich das Ende. Der Apostel hat die enge Zusammengehörigkeit schon durch die Wahl der Partikel bezeichnet.*) Ferner, die Auferstehung der Gläubigen soll erfolgen bei der Zukunft, der Parusie Christi. Wir haben bereits nachgewiesen, daß es im ganzen N. T. nur eine Zukunft Christi gibt, und daß mit ihr nach der Lehre des N. T. die Auferstehung wie der Frommen, so auch der Gottlosen und das Ende des ganzen gegenwärtigen Weltlaufes verbunden ist. Der Verfasser des neuesten ausführlichen Commentars, Osiander, dem die Erklärung der Corintherbriefe so Vieles verdankt, sieht sich genöthigt, dies anzuerkennen. Aber weil er, ein Würtemberger, von dem Chiliasmus nicht lassen will, so stellt er die Meinung auf, die Zukunft Christi müsse „als ein nicht momentan sich abschließender Act gedacht werden“, vielmehr als eine Zeitperiode, deren Anfang die Auferstehung bilde, von der in Apoc. 20, 4—6 gehandelt wird. Aber wenn man nicht wagt, eine doppelte Parusie anzunehmen, so wird man sich durch solches Mittel nicht aus der Verlegenheit ziehen können.*) Denn *) Bengel: ἔπειτα magis disjungit, εἶτα magis copulat. Disjunctiva vis τοῦ ἔπειτα et copulativa τοῦ εἶτα clara est v. 5. 6. 7. Conjunguntur enim οἱ duodecim cum Kepha per εἶτα, disjunguntur quingenti et ab his Jacobus: sed co- pulantur huic, per εἶτα, Apostoli.